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Fremdsprachen fördern – Wie und wann ist es sinnvoll?

"Good morning, how are you?" – so oder so ähnlich begann für die meisten Schüler und Schülerinnen der Fremdsprachenunterricht in der fünften Klasse. Heute sieht das bereits ganz anders aus, das Zauberwort lautet "frühkindliche Sprachförderung". Doch ab welchem Alter ist dieses Engagement tatsächlich sinnvoll und welche Lernmethoden bieten sich an?

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Ab welchem Alter?

Mama und Papa liegen auf bunten Teppichen, haben die Schuhe ausgezogen und singen Ihren Kindern Lieder auf Englisch oder Französisch vor – bereits in Babykrabbelgruppen wird Sprachförderung groß geschrieben. Die Sprösslinge sollen hier frühestmöglich auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt vorbereitet werden. Doch ab wann ist diese Förderung tatsächlich hilfreich?

Bis vor einigen Jahren wurde davon ausgegangen, dass es ein Zeitfenster im Leben eines Menschen gibt, in dem der Spracherwerb vor allem möglich ist – von dieser Annahme ist man jedoch größtenteils abgerückt. Es lässt sich zwar nachweisen, dass der Spracherwerb bis vor der Pubertät am einfachsten fällt, jedoch ist sich die Sprachwissenschaft mittlerweile einig, dass auch noch bis ins hohe Alter eine Fremdsprache gut erlernt werden kann. Mit der richtigen Unterstützung (Sprachkurse, Onlinesprachportale wie beispielsweise Papagei.com und Sprachurlaube), lernen auch Senioren noch Spanisch, Chinesisch und Russisch.

Welche Methoden?

Sporadisch dem Krabbelkind ein Gedicht auf Englisch vorzulesen, wird keine nachhaltigen Erfolge erzielen. Um die Strukturen im Babygehirn zu aktivieren, die es für das Lernen der Fremdsprache benötigt, muss das Kind die Sprache regelmäßig und dauerhaft hören bzw. sprechen. Hierfür bietet sich zum Beispiel an:

  1. Ein zweisprachiger Kindergarten: Hier sprechen ausländische Erzieher nur in ihrer Muttersprache mit den Kindern.
  2. Ein Au-pair, das mit den Kindern in seiner oder ihrer Muttersprache spricht.
  3. Eine internationale Grundschule mit mehrsprachigem Unterricht.

Darüber hinaus können Sie die gewünschte Fremdsprache auch durch Spiele, Hörspielkassetten, DVDs oder Bücher in den Alltag Ihres Kindes integrieren. Mittlerweile gibt es auch Apps und Sprachportale im Internet, die auf die Anforderungen von Kindern zugeschnitten sind und beim Sprachenlernen behilflich sind.

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Es sollte nicht zu künstlich sein

Viele Eltern sind ausgesprochen ambitioniert und möchten ihre Kinder daheim zweisprachig aufziehen – obwohl Mutter und Vater tatsächlich deutschsprachig sind. Das wird so nicht funktionieren. Ihr Kind durchschaut Sie schnell und wird bei Ihrem Experiment nicht mitmachen – die Situation ist einfach zu künstlich. Orientieren Sie sich daher an den bereits genannten Methoden und achten Sie vor allem auf eines: Setzen Sie Ihr Kind beim Sprachenlernen nicht zu sehr unter Druck!

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