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Für 2100 Euro: Jobcenter zahlt Hartz IV-Empfänger Reise nach Indonesien

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Ein Hartz IV-Empfänger darf für drei Wochen nach Indonesien fliegen, um dort seinen Sohn zu besuchen, und das Jobcenter zahlt die Rechnungen. Die BILD-Zeitung berichtet über diese Geschichte eines Düsseldorfer Künstlers, der vor zehn Jahren ein Kind mit einer Indonesierin bekam. Doch die ist mitsamt Sohn inzwischen abgehauen.

Jürgen Weber heißt der Mann, der vom Jobcenter schon die komplette Summe für die Reise überwiesen bekommen hat. Insgesamt handelt es sich um 2100 Euro. Dafür sollen dann Flug und Unterkunft bezahlt werden. Am 15. April geht es los, dann startet die Maschine nach Jakarta. Als Schmarotzer sieht sich Jürgen Weber übrigens nicht: "In diesen Moloch Surabaya geht man nicht freiwillig. Das ist kein Urlaub, ich will doch nur mein Kind sehen!"

Surabaya ist der Ort, in den Webers indonesische Ehefrau mit dem Sohn floh. Der Künstler selbst wusste davon nichts. 2001 heiratete das Paar, der Sohn kam 2004 zur Welt. Nun ist er 15 000 Kilometer weit entfernt. Und Weber reist ihm hinterher, auf Anordnung des Gerichts übrigens: "Die Ausübung des Umgangsrechtes des Vaters mit dem Sohn ist eine wichtige Stütze für die Entwicklung des Kindes."

Schon 2013 zahlte das Jobcenter ihm eine Reise nach Indonesien. Diesmal musste Jürgen Weber vor Gericht ziehen. Und das Landessozialgericht NRW in Essen gab ihm Recht. "Bei der Eilentscheidung spielte eine Rolle, dass ihm das Kind rechtswidrig entzogen worden sein könnte", sagt Gerichtssprecher Dr. Martin Kühl. Ob der Hartz IV-Empfänger das Geld an das Jobcenter zurückzahlen muss, wird in einem separaten Verfahren entschieden.

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