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Gladiatorenausbildung in Österreich für Regensburger Studenten

Seit März nehmen 20 Studenten der Universität Regensburg im österreichischen Amphitheater Carnuntum an einer Gladiatorenausbildung teil. Im Rahmen einer ungewöhnlichen Feldstudie soll geklärt werden, ob man aus einem Menschen der Neuzeit einen Gladiator der Antike machen kann.

Das historische Projekt der Forschungsgruppe 'Experimentelle Archäologie' wird von den Fachbereichen Geschichte, Sportwissenschaft und Medizin wissenschaftlich begleitet. Um der Wahrheit über das Leben im Alten Rom näher zu kommen, unterziehen sich 20 Studenten der Universität Regensburg in der altrömischen Stadt Carnuntum bei Wien einer Gladiatorenausbildung.

Mit Lanzen, Schwertern und Lendenschurz wollen sie mit dem Gladiatorenkampf ein Stück der Antike wiederbeleben. Um sich in den bis zu 20 Kilogramm schweren Rüstungen natürlich bewegen zu können, beinhaltet die Gladiatorenausbildung ein spezielles Ernährungs- und Trainingsprogramm nach streng antikem Vorbild. Außerdem versucht die Feldstudie die Lebensbedingungen der Antike möglichst wahrheitsgetreu nachzubilden. So schlafen die angehenden Gladiatoren in einem originalgetreuen Riesenzelt auf Stroh, waschen sich mit Kernseife, tragen die 'Subligaculum' genannte römische Unterhose und essen hauptsächlich Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse – genau wie einst die Gladiatoren.

In der Antike dauerte die Gladiatorenausbildung vier bis fünf Jahre. Die Regensburger Studenten trainieren erst seit März, zuerst fünfmal die Woche eine Stunde in Regensburg und jetzt zwei Wochen lang ganztägig in Österreich. Dabei beginnen sie morgens um sechs mit 'Exercitium fortis' (Krafttraining) und kommen erst beim 'Ignis' (Lagerfeuer) abends um neun zur Ruhe.

Bis zum Jahresende sollen die Ergebnisse der Feldstudie in 'experimenteller Archäologie' vorliegen. Wie Josef Löffl vom Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Regensburg, der das Projekt initiiert hat, erklärt, sollen dabei vor allem die Erfahrungswerte der Studenten während der Gladiatorenausbildung berücksichtigt werden.

Quelle: karriere.de, tz-online.de
Bild: Beechwood Photography (Flickr)

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