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Hirndoping: Ritalin gegen Prüfungsstress kann psychisch abhängig machen

Der moderne Student von heute trinkt in Prüfungsphasen nicht mehr literweise Kaffee und dopt sich mit harmlosem Traubenzucker, sondern greift immer häufiger zu Pillen, die den Schlaftrieb ausschalten und die Denkleistung beschleunigen sollen.

Man kann regelrecht von einem Trend zum Hirndoping sprechen, denn Medikamente wie Ritalin werden gezielt eingesetzt, um die geistige Fitness zu steigern. Doch dieser Trend ist alles andere als positiv, denn die Gefahren des Hirndopings sind noch nicht hinreichend erforscht.

Am häufigsten werden die verschreibungspflichtigen Mittel Ritalin und Vigil vor wichtigen Prüfungen oder in Hausarbeitsphasen geschluckt. Vigil wird eigentlich bei seltenen Schlafstörungen eingesetzt und hilft dabei, wacher zu sein und weniger Schlaf zu benötigen. Ritalin dagegen kennt man als Medikament gegen das Zappelphilip-Syndrom bzw. das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Das Mittel aktiviert den Hirnstoffwechsel und wird bei Konzentrationsstörungen eingenommen. Die große Frage ist nur, ob die Mittel auch tatsächlich ihre Wirkung entfalten, denn bei gesunden Menschen ist ihr Nutzen wissenschaftlich nicht klar belegt, da es zu wenige Studien gibt.

Auch die Gefahren sind nicht hinreichend erforscht. Zwar gehen Wissenschaftler davon aus, dass beide Mittel auf Dauer keine strukturellen Hirnschäden verursachen und nicht körperlich süchtig machen. Anders sieht es allerdings mit der psychischen Abhängigkeit aus: Wer glaubt, Stress nur noch mit entsprechenden Medikamenten bewältigen zu können, kann unter Umständen süchtig werden. Zudem können Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Kopfschmerzen nicht ausgeschlossen werden.

Eine Studie der Universitätsmedizin Mainz hat ergeben, dass immer mehr Schüler und Studenten solche Substanzen kennen und ihnen trotz der Risiken nicht kritisch gegenüber stehen. Zwar haben nach eigenen Angaben erst 1,6 Prozent der befragten Schüler angegeben, schon einmal derartige Stimulanzien genommen zu haben. Doch was sich zunächst harmlos anhört, ist für Experten bereits erschreckend, da weitaus mehr Befragte angaben, sich vorzustellen zu können, solche Mittel einzunehmen. Lediglich 10 bis 20 Prozent schlossen Hirndoping für sich konsequent aus.

Quelle: n-tv.de
Bild: FGMB (Flickr)

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