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Interne Stellenausschreibung: Bewerbung mit Heimvorteil kann auch nach hinten losgehen

Wer sich im eigenen Unternehmen auf eine neue Stelle bewirbt, hat den (Heim-)Vorteil, kein Unbekannter zu sein. Eine reine Formsache ist eine interne Bewerbung aber dennoch in den seltensten Fällen. Schließlich konkurriert man sowohl mit ambitionierten Kollegen als auch mit Kandidaten aus dem externen Arbeitsmarkt. Einen solchen Schritt sollte man sich daher gut überlegen.

Grundsätzlich gilt die Faustformel: Je größer die Firma, desto vielfältiger die internen Aufstiegsmöglichkeiten. Großunternehmen haben erkannt, dass sie Leistungsträger langfristig an sich binden können, wenn sie ihnen personalisierte Karrierefahrpläne anbieten.

Anders sieht es dagegen vielfach noch in mittelständischen Unternehmen aus, wo oft keine systematische Personalentwicklung besteht. Das kann entweder an der geringen Mitarbeiterzahl oder an fehlenden internen Möglichkeiten liegen. Mancher Chef fasst Abwanderungsgedanken als persönliche Beleidigung auf. Solch ein Vorgesetzter reibt seinem Mitarbeiter dann gerne unter die Nase, dass es ihm wohl nicht mehr in der Abteilung gefalle, denn sonst würde er sich ja nicht fortbewerben. In einer solchen Situation ist Vorsicht geboten: Klappt es mit der "innerbetrieblichen Herausforderung" nicht, hat der Bewerber möglicherweise das Vertrauen seines Chefs verloren oder aber den Ruf gewonnen, nicht kompetent genug für die nächste Karrierestufe zu sein. Deshalb sollten sich mittelständische Angestellte nur dann bewerben, wenn sie mit der aktuellen Situation hochgradig unzufrieden sind und bereit wären, die Firma zu verlassen, wenn sie mit der internen Bewerbung die Reputation verspielt hätten.

Bei der internen Bewerbung sollte man nicht auf die Diskretion aller Beteiligten bauen. Das sind Luftschlösser! Über den Flurfunk wird fast jeder Bewerbungsvorgang publik. Daher sollte der Bewerber von Anfang an mit offenen Karten spielen, vor allem seinem bisherigen Vorgesetzten gegenüber. Ihn könnte man gleich um eine Empfehlung für die neue Stelle bitten, wenn er Verständnis für diesen Schritt zeigt.

Definitiv sparen sollte man sich eine interne Bewerbung, wenn der Verdacht besteht, dass die freie Stelle bereits einem Kollegen versprochen ist. Solche "Mauscheleien" sind vielfach im öffentlichen Dienst an der Tagesordnung. Ein Abteilungsleiter hat bereits einen bestimmten Kandidaten im Visier, muss aber aus formalen Gründen die Stelle ausschreiben. Ein Indikator dafür kann die Wenn Stellenausschreibung sein: Werden darin sehr konkrete Fähigkeiten für den Job gefordert, die nicht zwingend nötig erscheinen, liege es nahe, dass die Annonce einem Mitarbeiter auf den Leib geschrieben ist. Dann sollte man besser auf die nächste interne Stellenausschreibung warten.

Quelle: focus.de
Bild: to01 (Flickr)

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