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Job-Speed-Dating: Vorstellungsgespräche im Schnelldurchlauf haben Hochkonjunktur

Es sind heute nicht mehr nur die Singles, die sich auf der Jagd nach einem Partner zum Speed-Dating treffen. Auch bei der Jobsuche entwickelt sich die Turbo-Verkupplung zum neuen Trend.

Das Prinzip ist dasselbe wie bei den Dates mit Flirtfaktor: Bewerber wechseln im 10-Minuten-Rhythmus ihren Gesprächspartner und müssen in dieser kurzen Zeitspanne versuchen, sich möglichst gut zu verkaufen.Was in Sachen Liebe (manchmal) funktioniert, kann schließlich auch beim Bewerber-Casting klappen. Die Arbeitsagentur in Potsdam gehört zu den Pionieren, die das Konzept in Deutschland ausprobiert haben. Junge Akademiker bekamen in Bewerbungsgesprächen zehn Minuten Zeit, um potenzielle Arbeitgeber für sich einzunehmen. Danach wurden die Gesprächspartner ausgewechselt. Die Aktion hatte Erfolg: Von 55 Bewerbern sind immerhin 12 später eingestellt worden.

Auch die Arbeitsagentur in Dortmund hat das Job-Speed-Dating bereits ausprobiert. Neben Akademikern durften auch angehende Azubis an der Aktion teilnehmen. Das hatte den Vorteil, dass dabei auch Bewerber mit nicht so guten Zeugnissen die Chance bekamen, mögliche Arbeitgeber in einem persönlichen Gespräch von ihren Qualifikationen und ihrer Motivation zu überzeugen. In normalen Bewerbungsverfahren wären sie wahrscheinlich von vornherein aussortiert worden.

Als Gag will die Dortmunder Agentur das Bewerber-Casting im Schnelldurchlauf daher nicht verstanden wissen. In Potsdam soll das Speed-Dating sogar zu einer regelmäßigen Institution werden. Hier rechnet man damit, dass das Turbo-Vorstellungsgespräch ein Erfolgsmodell wird, das künftig Schule machen könnte. Die Chancen dafür stehen wirklich nicht schlecht: Neben Potsdam und Dortmund wurde das Job-Speed-Dating inzwischen auch in Stuttgart, München, Gelsenkirchen, Kiel und Lübbenau erprobt. Einige der Standorte haben bereits eine Neuauflage geplant.

Neben Arbeitsagenturen und Jobcentern setzen auch erste Firmen das Instrument ein, darunter die Deutsche Bahn. Auch auf Messen wie der Biotechnica und der CeBIT in Hannover ist das Modell bereits getestet worden. Für Arbeitgeber bietet es den Vorteil, dass sie sich den ganzen Papierkram sparen können, der bei konventionellen Bewerbungen anfällt. Und der direkte Eindruck ist sowieso oft aussagekräftiger als eine dicke Bewerbungsmappe.

Quelle: rp-online.de
Bild: David Orban (Flickr)

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