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Natürliche Medizin: der Beruf des Heilpraktikers

Der Heilpraktiker versucht bei der Behandlung von Patienten Methoden anzuwenden, die im Gegensatz zur klassischen Medizin möglichst schonend und nach altbekannten Naturheilverfahren erfolgen. Die Diagnose umfasst nicht nur eine kurze Beschreibung der Beschwerden. Die Umwelt- oder Lebensbedingungen des Patienten werden ebenso in die Beurteilung des Leidens einbezogen wie die bisherige Krankengeschichte und eine ausführliche Darstellung der Symptome. Während in normalen Arztpraxen relativ schnell zu in den Medizinschrank gegriffen wird, folgen Heilpraktiker einem ganzheitlichen Ansatz zum Wohl des Patienten.

Wie kann man Heilpraktiker werden?

Da keine staatlich geregelten Ausbildungsgänge zum Heilpraktiker existieren, erfolgt die Ausbildung in privaten Bildungsstätten, die unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen für ihre Lehrgänge anbieten. In der Regel ist auch ein Hauptschulabschluss für die Bewerbung ausreichend, jedoch haben Bewerber mit höherem Schulabschluss und einschlägigen Erfahrungen in medizinischen Berufen bessere Chancen. Die Ausbildungsdauer beträgt je nach Institut zwischen zwölf Monaten und drei Jahren. Es besteht die Möglichkeit, zwischen einem Vollzeit- oder Teilzeitlehrgang zu wählen oder ein Fernstudium zu absolvieren. Eine abschließende amtsärztliche Überprüfung der angehenden Heilpraktiker ist Grundvoraussetzung für die Berufsausübung.

Was muss ein Heilpraktiker können?

In der Ausbildung werden sowohl medizinische Kenntnisse in Anatomie und klassischen Untersuchungsverfahren vermittelt, als auch Grundlagen der Psychologie und Psychopathologie. Ein Heilpraktiker bekommt Einblick in die Führung einer eigenen Praxis, erlernt das Erstellen detaillierter Behandlungsberichte und die Durchführung unterschiedlicher Diagnoseverfahren. Krankheitslehre, Naturheilverfahren und die Interpretation von Arztbefunden stehen ebenfalls auf dem Stundenplan. Wer Heilpraktiker werden möchte, sollte ein großes Interesse für Naturwissenschaften und klassische Medizin mitbringen, da die Ausbildung viel Wissen um Diagnostik und Behandlung verlangt.

In welchen Bereichen arbeiten Heilpraktiker?

Neben der Eröffnung einer eigenen Praxis bietet sich für Heilpraktiker die Möglichkeit, eine Gemeinschaftspraxis mit klassischen Medizinern einzurichten oder in einem Gesundheitszentrum oder einer physiotherapeutischen Einrichtung zu arbeiten. Wer sich auf ein bestimmtes Aufgabengebiet wie Akupunktur, Homöopathie, Atemtherapie oder Allergologie spezialisiert, kann sein Wissen dahin gehend stetig ausbauen und so seine Chancen auf einen wachsenden Patientenstamm vergrößern. Heilpraktiker mit Hochschulreife haben sogar die Möglichkeit, im Anschluss an ihre Ausbildung ein Studium in Medizin oder Pharmazie in Angriff zu nehmen.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: Macma (Pixelio)

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