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Journalistenschulen: Grundsolides Handwerk für die künftige Elite der schreibenden Zunft

Wer Journalist werden will, träumt von einem Leben als Reporter und von Einsätzen voller Abenteuer und Überraschungen. An Bilanzpressekonferenzen oder die Deutung von Ebitda und Passiva denkt dagegen kaum jemand. Dabei gehören Wirtschaftsmeldungen zum täglichen Brot der schreibenden Zunft.

Immer mehr Medien suchen deshalb gezielt nach Wirtschaftsjournalisten, da diese im Gegensatz zu ihren meist geisteswissenschaftlich ausgebildeten Kollegen mit Zahlen und Statistiken umgehen können. Angehende Journalisten, die Ahnung von Wirtschaft haben und zugleich gut schreiben und recherchieren können, haben daher gute Aussichten auf eine der nur noch selten zu vergebenden Festanstellung.

Die Absolventen der Kölner Journalistenschule für Wirtschaft und Politik gehören zur Spezies der gefragten Nachwuchs-Redakteure. An keiner anderen deutschen Journalistenschule müssen die Studierenden so viele Redaktionspraktika absolvieren wir hier. Auch das Auswahlverfahren ist hart: Parallel zur Bewerbung müssen die Kandidaten ihre 'Vorstellungen vom Journalismus' niederschreiben und einen Lebenslauf einreichen. Wer die erste Hürde passiert, wird zu einem dreitägigen Assessment Center eingeladen, wo er einen Wissentest absolvieren, eine Reportage verfassen und weitere Schreibtests abliefern muss. Den Auserwählten winkt anschließend ein grundsolides Studium des Wirtschaftsjournalismus, zu dem unter anderem die Fächer Volkswirtschaftslehre und Politik gehören. Das Programm ist umfangreich, denn nebenbei müssen die Kölner sieben Praktika nachweisen. Nach vier Jahren werden die Jungjournalisten mit dem Schulzertifikat und einem VWL-Bachelor entlassen.

Eine ebenfalls grundsolide Ausbildung bietet das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) in München. Die Zugangshürden sind auch hier streng. Wer in München lernen will, muss Abitur haben, eine harte Eingangsprüfung überstehen und katholisch sein. Die Namen der Ehemaligen stellen ein klangvolles Who-is-Who der Branche dar: Von Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der 'Süddeutschen Zeitung', über die SPIEGEL-Redakteure Klaus Brinkbäumer und Jürgen Dahlkamp bis hin zur Leiterin des ZDF- Hauptstadtstudios, Bettina Schausten, haben alle am ifp gelernt.

Quelle: spiegel.de
Bild: sskennel (Flickr)

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