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Karrieretipps: Hilfe, ich bin der bessere Chef!

Viele Arbeitnehmer fühlen sich zu Höherem berufen. Sie sind top ausgebildet, leisten gute Arbeit und sind bei den Kollegen beliebt. Den Chef, so glauben sie, könnten sie problemlos ersetzen. Oftmals sind bei solchen Überlegungen Besserwisserei und Selbstüberschätzung im Spiel. Aber es kann auch durchaus zutreffen: Dem Chef fehlen die Führungsqualitäten, während die Top-Leute in viel zu niedrigen Positionen feststecken.

Was tun, wenn man besser ist als der Chef? Viele Mitarbeiter, die gute Ergebnisse erzielen und bei Kollegen und Kunden geschätzt sind, haben oft das Gefühl, im falschen Film zu sein: Sie machen einen Superjob, aber mit der Karriere geht es trotzdem nicht voran. Meistens liegt auch das dann am Chef. Wenn der Vorgesetzte merkt, dass es in seiner eigenen Abteilung einen Mitarbeiter gibt, der offensichtlich kompetenter ist als er selbst, wird es gefährlich! In solchen Situationen wird gerne gemobbt. Gerade aufgrund seiner Fähigkeiten und Talente stellt der Arbeitnehmer eine permanente Bedrohung für den Boss dar. Und der hat natürlich nicht vor, den Rivalen auch noch durch eine Beförderung zu stärken. Im Gegenteil, er wird versuchen, die Ambitionen des Konkurrenten in eine Sackgasse laufen zu lassen.

Sollte das der Fall sein, hilft zunächst nur eines: Sachlich bleiben! Konfrontationen mit dem Chef sollte man vermeiden: Je mehr man ihm beweisen will, wie gut man ist, desto mehr wird er versuchen, einen kleinzumachen. Bei Auseinandersetzungen wird der Chef immer recht behalten wollen. Angriffe sollte man daher sachlich parieren und sich nicht davon beeinflussen lassen. Es darf auf keinen Fall passieren, dass man zum Schluss glaubt, man selbst sei der Versager! Permanente Reflexionsprozesse helfen dabei, nicht am eigenen Wert zu zweifeln: Wer das Verhalten des Chefs dahingehend reflektiert, ob nicht er das eigentliche Problem darstellt, muss nicht in Selbstzweifeln ertrinken. Wird man beim Kompetenzgerangel dennoch emotional, liefert man dem Chef die richtige Munition. Er könnte einen dann als instabil und inkompetent bezeichnen. Dann wird's erst recht nichts mit einer Beförderung.

Wenn eine Kündigung nicht in Frage kommt, hilft nur, dem Chef trotz seiner Mängel Respekt entgegen zu bringen. Wer jedoch nicht permanent sein Licht unter den Scheffel stellen und den unfähigen Chef ins Rampenlicht stellen will, sollte tatsächlich über eine Kündigung oder Versetzung nachdenken. Ganz besonders dann, wenn der Job nicht nur schlaflose Nächte, sondern auch eine berufliche Stagnation bringt.

Quelle: bild.de
Foto: Goddard Photo and Video Blog (Flickr)

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