Excite

Kind krank - Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber

Arbeitnehmer erhalten sehr oft eine Entgeltfortzahlung nicht nur bei eigener Erkrankung, sondern auch wenn das eigene Kind krank wird. Arbeitgeber können durch eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag von dieser Pflicht befreit sein. Deutlich wird dies an dem Hinweis Ausschluss der Vergütungspflicht nach § 616 BGB. Was passiert im Fall Vergütungspflicht ausgeschlossen und Kind krank? Die Lohnfortzahlung beziehungsweise ein Krankengeld übernimmt dann die Krankenkasse.

    Thomas Berg Fotografie/Flickr

Krankmeldung muss sofort erfolgen

Arbeitgeber sind zur Freistellung verpflichtet, wenn ein Kind aufgrund einer Erkrankung Betreuung benötigt. Dieser Anspruch lässt sich auch nicht durch arbeits- oder tarifvertragliche Regelungen ausschließen. Wer im Fall Kind krank die Lohnfortzahlung beziehungsweise das Krankengeld übernimmt, spielt keine Rolle.

Vorzulegen ist eine ärztliche Bescheinigung, die die Notwendigkeit der Pflege eines erkrankten Kindes dokumentiert. Das Kind darf das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Alternativen zur Betreuung durch andere im Haushalt lebende Personen sind nicht vorhanden. Die Lohnfortzahlung ist häufig auf höchstens fünf Tage pro Jahr begrenzt. Für Auszubildende gilt bei Erkrankung des Kindes eine Lohnfortzahlung für bis zu sechs Wochen. Die Dauer der Freistellung (unbezahlter Urlaub) reicht von 10 bis 25 Tage im Jahr.

Die Frage, wie die Krankmeldung erfolgen sollte, lässt sich einfach beantworten. Für diese Art der Mitteilung ist im Allgemeinen keine besondere Form vorgeschrieben. Eine Ausnahme kann es geben, wenn im Arbeitsvertrag die genaue Art und Weise der Krankmeldung aufgeführt ist. Grundsätzlich können Arbeitnehmer ihren Chef beziehungsweise Vorgesetzten per E-Mail, Telefon, SMS oder Fax über die Erkrankung des Kindes Mitteilung machen.

Am sichersten ist die Variante des persönlichen Telefonats. Denn E-Mail oder SMS sind unter Umständen nicht zeitnah abrufbar. Eine schnelle Benachrichtigung ist eine wichtige Voraussetzung, um geplante Besprechungen noch absagen zu können. Außerdem können die Details einer Vertretung besprochen werden.

Wenn der Arbeitgeber eine Lohnfortzahlung gemäß § 616 BGB gewährt, wird der Krankenschein an ihn geschickt. Ist die Lohnfortzahlung durch einen Passus im Arbeitsvertrag ausgeschlossen, füllt man die Rückseite der Krankmeldung aus. Das Original erhält die Krankenkasse, eine Kopie der Arbeitgeber. Die Krankenkasse wendet sich selbständig an den Arbeitgeber, um notwendige Gehaltsinformationen (letztes Nettogehalt) einzuholen. Auf dieser Grundlage berechnet sie die Höhe des Krankengeldes (etwa 67 Prozentdes Lohnausfalls). Die gesetzliche Krankenkasse überweist Krankengeld nur, wenn kein Versicherungsschutz bei einer privaten Krankenversicherung besteht und alle Anspruchsvoraussetzungen vorliegen.

Arbeitgeber erhalten keine Erstattung durch Krankenkasse

Tritt der Fall ein: Kind krank, Lohnfortzahlung wird übernommen, kann der Arbeitgeber nicht mit einer Erstattung durch die Krankenkasse rechnen. Das Umlageverfahren gilt nur für den regulären Krankheitsfall. Kinder-Krankengeld regelt nicht das Entgeltfortzahlungsgesetz, sondern das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 616 BGB). Die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers hat demnach Vorrang gegenüber der Zahlungsverpflichtung der Krankenkasse.

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017