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Kita-Streik: Wer zu Hause bleibt oder zu spät kommt riskiert eine Abmahnung

Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen ist im normalen Alltag schon schwer. Noch viel schwerer wird es, wenn der Kindergarten wegen Streiks geschlossen bleibt und man kurzfristig eine alternative Betreuungsmöglichkeit suchen muss. Derzeit suchen viele berufstätige Eltern händeringend nach einem Babysitter. Wenn sie trotz aller Anstrengungen keinen finden, kann ihnen ihr Chef freigeben – er muss es aber nicht.

Viel klarer ist der Fall, wenn der Nachwuchs erkrankt ist: Berufstätige Eltern legen ihrem Arbeitgeber dann eine ärztliche Bestätigung vor, woraufhin Mutter oder Vater zur Pflege zu Hause bleiben darf. Damit dem Arbeitgeber dadurch kein wirtschaftlicher Nachteil entsteht, zahlen die Krankenkassen einen Ausgleich. Kann das Kind aus anderen Gründen nicht in die Kita, müssen sich Eltern etwas einfallen lassen. Das gilt auch im aktuellen Erzieherstreik: Weder Arbeitgeber noch Krankenkasse müssen das Betreuungsproblem lösen.

Das Arbeitsrecht sieht solche Fälle nicht vor. Mütter und Väter müssen ihren Arbeitsvertrag erfüllen. Was also tun? Das Kind mit ins Büro zu nehmen ist keine praktikable Lösung. Einen Anspruch darauf haben Eltern jedenfalls nicht. Kein Chef muss das dulden, denn Kinder können den Betriebsablauf erheblich stören. Und manch ein Arbeitsplatz ist für den Nachwuchs auch einfach zu gefährlich.

Deshalb sollten berufstätige Mütter oder Väter ihren Chef einfach offen fragen, ob sie zu Hause bleiben dürfen. Die meisten Arbeitgeber reagieren verständnisvoll. Anspruch auf Lohnfortzahlung haben die Eltern aber nicht. Ausnahme: Der freie Tag wird mit ihrem Urlaub verrechnet. Natürlich kann der Arbeitgeber die Bitte aus dringenden betrieblichen Gründen aber auch ausschlagen. Muss der Angestellte beispielsweise eine wichtige Lieferung abschließen, kann er evtl. nicht frei nehmen.

Wer einfach so zu Hause bleibt, riskiert eine Abmahnung, im Wiederholungsfall sogar die Kündigung. Dasselbe gilt auch für Eltern, die morgens zu spät kommen, weil sie erst eine Tagesmutter organisieren mussten.

Quelle: focus.de
Bild: woodley wonderworks (Flickr)

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