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Knigge für den Arbeitsplatz: Sind Essen und Radiohören erlaubt?

Bei manchen Fragen ist der Knigge für den Arbeitsplatz einfach unverzichtbar. Denn wenn es darum geht, was im tagtäglichen Miteinander mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten erlaubt und verboten ist, sind die Antworten zuweile überaus schwierig. Wie verhält es sich beispielsweise mit Radiohören oder Essen am Arbeitsplatz?

In einer kürzlichen Mitteilung der Rechtsschutzversicherung HUK-Coburg gibt es einige Antworten auf diese zwei Fragen. Bezüglich Essen am Arbeitsplatz hat das Landesgericht Hamm festgestellt, dass Arbeitnehmer in Dienstleistungseinrichtungen mit Kundenbetrieb dienstliche und private Angelegenheiten zu trennen haben. Demzufolge ist das Essen nur in den speziell dafür vorgesehenen Räumen erlaubt.

Wenn es sich um eine Arbeit ohne direkten Kontakt mit Kunden handelt, ist die Entscheidung des Vorgesetzten ausschlaggebend. Hat der Chef nichts dagegen, kann man durchaus an seinem Arbeitsplatz essen.

Dabei empfiehlt der Knigge für den Arbeitsplatz aber auf jeden Fall, Rücksicht auf die Kollegen zu nehmen, und vorsichtshalber nachzufragen, ob sie auch nichts dagegen haben. Im Zweifelsfall gilt auch hier: lieber keinen Konflikt riskieren und zum Essen kurz rausgehen.

Eine ähnlich komplizierte Angelegenheit ist das Radiohören am Arbeitsplatz. Hier gilt in den meisten Fällen, dass der Arbeitgeber eine Entscheidung gemeinsam mit dem Betriebsrat trifft. Wie das Bundesarbeitsgericht feststellt, kann der Arbeitgeber durchaus ein Verbot zum Radiohören am Arbeitsplatz aussprechen, wenn er der Meinung ist, dass dies nicht in den Rahmen der Arbeitstätigkeit passt oder aber den Arbeitnehmer von der Ausführung seiner Aufgaben ablenkt.

Eine entsprechende Regelung gilt insbesondere, wenn es sich um Arbeitsplätze mit hohem Telefonaufkommen oder Publikumsverkehr handelt. Dabei erstreckt sich das entsprechende Verbot auch auf das Radiohören mit Kopfhörern.

Wer gegen ein solches Verbot verstößt, muss damit rechnen, abgemahnt zu werden. Bei einer besonders ungünstigen Entwicklung kann ein Zuwiderhandeln in diesem Fall sogar zu einer Kündigung führen. Das Konsultieren von Knigge für den Arbeitsplatz kann solche unangenehme Situationen schon im Voraus vermeiden.

Quelle: pressemitteilungen-online.de
Bild: schoschie (Flickr)

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