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Krankengeld in der Probezeit - Krankenkasse zahlt in den ersten vier Wochen

Zum Schreckensszenario eines jeden neu eingestellten Arbeitnehmers gehört das baldige Erkranken (Grippe, Unfall, Operation) in der Probezeit. Das ist zum einen für eine spätere Weiterbeschäftigung sehr hinderlich. Zum anderen stellt sich die Frage, was passiert nun mit einer erhofften Gehaltszahlung. Wenigstens Krankengeld sollte es doch geben. Alle Regelungen stehen im Entgeltfortzahlungsgesetz, auch wer das Krankengeld in der Probezeit aufbringen wird.

Geldleistungen im Krankheitsfall während der Probezeit regelt Entgeltfortzahlungsgesetz

Im Entgeltfortzahlungsgesetz ist aufgeführt, dass alle Arbeitnehmer und Auszubildende, die einem Unternehmenlänger als vier Wochen angehören, im Krankheitsfall (unverschuldete Arbeitsunfähigkeit) einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben. Auch kurzfristig und geringfügig Beschäftigte sind darin eingeschlossen und erhalten im Bedarfsfall bis zu sechs Wochen weiterhin Geld vom Arbeitgeber.

Somit erhalten Arbeitnehmer auch Krankengeld in der Probezeit nach Entgeltfortzahlungsgesetz, wenn die Probezeit länger als vier Wochen betragen sollte und sie vier Wochen für ihren Arbeitgeber tätig waren.

Etwas anders stellt sich die Situation dar, wenn der Erkrankte seinem Betrieb erst wenige Tage (noch nicht vier Wochen) angehört. In den jeweils ersten vier Wochen einer geltenden Probezeit besteht kein Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Betrieb. Allerdings muss man auch dann nicht befürchten, keine Leistungen zu erhalten. Die anwendbaren Regelungen finden sich im Sozialgesetzbuch (SGB V, §§ 44, 46). Zu lesen ist hier, dass gesetzliche Krankenversicherte bereits ab dem zweiten Tag der attestierten Erkrankung (Krankschreibung) Krankengeld von der zuständigen Krankenkasse erhalten.

Der Erkrankte muss die ärztliche Bescheinigung bei seiner Krankenkasse einreichen. Daraufhin (nach Bitte um einen Auszahlungsschein) erhält er einen Antrag auf Krankengeldauszahlung zugeschickt. Der Arzt füllt den Auszahlungsschein aus, bevor dieser wieder bei der Kasse eingereicht wird. Den Arbeitgeber muss man selbstredend ebenfalls über eine Arbeitsunfähigkeit informieren.

Höhe der Leistungen bei Krankheit

Nun muss noch die Frage geklärt werden, wie hoch das Krankengeld in der Probezeit sein wird. Dazu genügt ein Blick ins Sozialgesetzbuch (SGB V, § 47). Bei in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Arbeitnehmern berechnet sich das Krankengeld nach dem Brutto- beziehungsweise Nettoeinkommen. Als Krankengeld kommen entweder 70 Prozent des Bruttoeinkommens infrage, oder der maximale Krankengeldanspruch ist auf höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens begrenzt. Bevor es zur Auszahlung kommt, werden noch die Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Sozialversicherung abgezogen. Den restlichen Betrag gibt es dann als Krankengeld ausgezahlt.

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