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Kündigung von Low-Performer und ihre Folgen

Der Begriff Low-Performer wird für einen Arbeitnehmer verwendet, dessen Arbeitsmenge hinsichtlich Quantität beziehungsweise dessen Arbeitsergebnisse hinsichtlich der Qualität nicht den Wünschen des Arbeitgebers gerecht werden. Die Rechtsprechung zum Kündigungsschutzgesetz gilt unter Arbeitgebern als arbeitnehmerfreundlich. Die Kündigung eines Low-Performer wird dann zugelassen, wenn das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer dauerhaft gestört ist.

Minderleister darf unter bestimmten Voraussetzungen gekündigt werden

Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitnehmern gekündigt wird, weil sie nicht die im Unternehmen übliche Leistung erbringen oder weitaus mehr Fehler als der durchschnittliche Arbeitnehmer machen. Die Kündigung eines Low-Performer (Minderleister) ist durch das Kündigungsschutzgesetz gedeckt, wenn der Arbeitgeber für eine Arbeitsleistung seines Angestellten mehr bezahlt als diese für ihn eigentlich wert ist.

Immerhin verpflichtet sich der Arbeitnehmer in seinem Arbeitsvertrag gegenüber dem Arbeitgeber, eine bestimmte Leistung zu erbringen. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, gilt das Arbeitsverhältnis auf Dauer als gestört. Allerdings regelt das Kündigungsschutzgesetz, dass nicht jeder ungeliebte Mitarbeiter zum Minderleister erklärt und aufgrund angeblicher Minderleistung aus dem Betrieb entfernt werden kann.

Auch wenn einem Außendienstmitarbeiter die Kündigung wegen einer Minderleistung ausgesprochen werden kann, heißt das nicht gleichzeitig, dass ihm derart hohe Abschlussziele vorgegeben werden, die er unter normalen Umständen gar nicht erreichen kann. Ein Arbeitgeber muss außerdem die individuelle Leistungsfähigkeit seines Angestellten bei der Beurteilung von dessen Performance berücksichtigen.

Eine leistungsbedingte Kündigung ist rechtlich zulässig, wenn einige Voraussetzungen gegeben sind. Der Arbeitnehmer muss unterdurchschnittliche Leistungen über einen längeren Zeitraum erbracht haben, obwohl er entsprechende persönliche Fähigkeiten besitzt, bessere Leistungen zu erbringen.

Das Ausschöpfen der persönlichen Leistungsfähigkeit bei der Arbeit muss nicht den Leistungen der anderen Arbeitnehmer im Betrieb entsprechen, um einem Arbeitsvertrag zu entsprechen. Das wesentliche Überschreiten der durchschnittlichen Fehlerquote kann einen Arbeitgeber zu dem Schluss kommen lassen, dass sein Angestellter vertragliche Pflichten verletzt.

Arbeitnehmer wenden sich bereits bei Vorwurf an einen Anwalt

Wird einem Arbeitnehmer die Kündigung als Low-Performer ausgesprochen beziehungsweise leistungsbedingt gekündigt, dann raten Anwälte für Arbeitsrecht zur Klageerhebung. Der Arbeitgeber übernimmt in jedem Fall ein hohes Prozessrisiko, was ihn für einen Vergleich und eine Abfindungszahlung empfänglich macht. Der Regelsatz für eine Abfindung sollte bei einem halben Brutto-Monatsgehalt pro Tätigkeitsjahr liegen.

Betroffene Arbeitnehmer sollten bereits im Falle des Vorwurfs von Minderleistungen anwaltlichen Rat suchen. Denn wenn sich der Druck auf einen Arbeitnehmer erhöht, können gravierende Fehler passieren, die dem Arbeitgeber und dessen Kündigungsbegründung in die Hände spielen.

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