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Kündigung per SMS oder E-Mail ist rechtswidrig

Wenn der Arbeitgeber ein Arbeitsverhältnis beenden will, muss er das dem Arbeitnehmer mitteilen – eine Kündigung per SMS bekommt gilt dabei aber nicht als ausreichend. Eine solche Kündigung ist nicht rechtswirksam, da sie nicht den Anforderungen genügt, die der Gesetzgeber bei solchen arbeitsrechtlichen Angelegenheiten stellt.

Wie das Landesarbeitgericht Hamm vor einigen Jahren feststellte, das eine SMS auf keinen Fall genügt, um ein Arbeitsverhältnis zu kündigen, aufzuheben oder aufzulösen. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch muss eine rechtswirksame Kündigung unbedingt in schriftlicher Form mit eigenhändiger Unterschrift des Arbeitgebers erfolgen.

Gleiches gilt auch für andere Arten der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Das bedeutet auch, dass jegliche elektronische Kommunikationswege für eine Kündigung ungeeignet sind. Nicht nur Kündigung per SMS ist unzulässig. Auch Fax und E-Mail sind nicht ausreichend, um einen Arbeitsvertrag rechtswirksam zu kündigen.

Der Hintergrund dieser Regelung besteht darin, dass der Gesetzgeber die Vertragsparteien vor den Folgen unüberlegter Handlungen schützen will. Es kann durchaus sein, dass der Arbeitgeber einen Mitarbeiter aus Ärger entlassen will, doch am nächsten Tag seine Entscheidung bereut. Durch die schriftliche Kündigung kann es nicht so einfach zu solchen Schnellschüssen kommen.

Abgesehen davon, dass eine Kündigung schriftlich erfolgen muss, hat der Arbeitgeber eine weitere Verpflichtung: Er muss nachweisen, dass der betroffenen Mitarbeiter das entsprechende Kündigungsschreiben auch erhalten hat. Dementsprechend gilt, dass eine schriftliche Kündigung von einem Gerichtsvollzieher oder einem Boten übergeben werden sollten, die den Inhalt des Schreibens kennen.

In der Regel verlangt der Zusteller eine Unterschrift zur Empfangsbestätigung. Diese kann ihm der Empfänger ruhigen Gewissens geben. Denn eine solche Unterschrift bedeutet auf keinen Fall, dass man die Kündigung akzeptiert und auf eventuelle Rechtsschritte verzichtet. Wer im Kündigungsfall, sei es eine Kündigung per SMS oder per Brief, dagegen vorgehen will, kann sich bei einem Anwalt für Arbeitsrecht darüber informieren.

Quelle: karriere-journal.monster.de
Bild: yisris (Flickr)

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