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Kündigung: Schweißgeruch kann zum Rauswurf führen

Ohne Fleiß kein Preis – diesen Spruch sollten Arbeitnehmer schnell aus ihrem Sprachschatz verbannen. Denn das Arbeitsgericht Köln hat kürzlich die Klage eines Architekten abgewiesen, dem wegen Schweißgeruchs gekündigt worden war. Das Gericht begründete dies in dem speziellen Einzelfall damit, dass die Kündigung noch in der Probezeit erfolgt sei. Und in der Probezeit können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ohne Angabe von Gründen kündigen.

Das hätte eigentlich auch dem 50 Jahre alten Architekten klar sein müssen, der vor seinem Rauswurf bei der Denkmalbehörde der Stadt Köln beschäftigt war. Seiner Ansicht nach war die Kündigung unwirksam, da sie mit mangelnder Körperhygiene begründet worden war. Doch diese Behauptung sei unwahr und verletze seine Menschenwürde. Unter gebildeten Menschen empfand er diesen Kündigungsgrund als absolut erniedrigend. Wegen der schweren Diskriminierung, so schlussfolgerte er, sei seine Entlassung unwirksam.

Doch das Gericht war anderer Auffassung. Der Kündigungsgrund wegen mangelnder Hygiene reiche nicht aus, um die Kündigung unwirksam zu machen. So etwas sei nur in Fällen von schwerer Diskriminierung denkbar – und eine solche Diffamierung wollte das Arbeitsgericht bei dieser Klage nicht feststellen.

Die Stadt Köln hatte dem Mann während des Verfahrens einen Vergleich angeboten. Sie wollte die Begründung streichen und ihm noch vier Monatsgehälter zahlen. Doch der Architekt lehnte ab. Es ginge ihm nicht ums Geld, sondern um seine Würde. Von der Leiterin der Denkmalbehörde, die ihm Schweißgeruch und schmutzige Hände attestiert hatte, forderte er eine Entschuldigung.

Quelle: faz.net
Bild: Apotheken-Umschau (Flickr)

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