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Lebenslauf: Mut zur Lücke

Einen aalglatten Lebenslauf können nur die wenigsten Bewerber vorweisen. Dennoch versuchen viele Jobsuchende krampfhaft, entstandene Lücken zu vertuschen. Dabei sind berufliche Auszeiten gar nicht so schlimm – vorausgesetzt, man kann sie sinnvoll füllen. Wer nach dem Studium erst einmal ausgiebig um die Welt gereist ist, arbeitslos war, ein Sabbat-Jahr eingelegt oder eine Babypause genommen hat, muss kein schlechtes Gewissen haben.

Wer Mut zur Lücke hat und diese inhaltlich sinnvoll füllen kann, sollte tunlichst vermeiden, irgendwelche Jobs oder Weiterbildungsmaßnahmen zu erfinden, um diese Pause zu vertuschen. Oft werden Anfangs- und Enddaten der jeweiligen Arbeitsverhältnisse verschleiert, indem keine genauen Daten, sondern nur Jahreszahlen genannt werden. Oder frühere Beschäftigungen werden zeitlich gestreckt, was spätestens beim genauen Betrachten der Arbeitszeugnisse auffliegt. Riskant ist auch, eine Arbeitslosigkeit durch eine Weltreise zu ersetzen, denn spätestens beim Vorstellungsgespräch kann man sich rasch in Widersprüche verstricken. Bewerber sollten daher immer bei der Wahrheit bleiben, denn falsche Tatsachen können ein Kündigungsgrund sein, wenn sie später auffliegen.

Stattdessen sollte man sich überlegen, was man während der beruflichen Auszeit gemacht hat und man diese Aktivitäten positiv mit einbringen kann. Bei einer Weltreise zum Beispiel kann man Sprachkenntnisse erworben haben, auf die Unternehmen großen Wert legen. Auch der Einblick in andere Kulturen oder gar Auslandsjobs als Reiseführer oder in der Tourismusbranche sind Pluspunkte.

Wer seine Arbeitslosigkeit genutzt hat, um seine PC- oder Sprachkenntnisse zu vertiefen, im Ehrenamt zu arbeiten oder als Web-Designer Internetseiten für Bekannte zu gestalten, kann auch mit diesen Tätigkeiten punkten. Ebenso eine Mutter, die in der Elternzeit ihre Kenntnisse in allen relevanten Office-Programmen ausgebaut hat. Oder ein Krankenpfleger, der sich während der Arbeitslosigkeit um ein krankes Familienmitglied gekümmert hat. All das wirkt sympathisch, engagiert und menschlich und kann der entscheidende Punkt dafür sein, trotz Lücken im Lebenslauf den begehrten Job zu kommen.

Quelle: careerbuilder.de
Bild: OxOx (Flickr)

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