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Merkwürdige Broschüre: So sparen Hartz IV-Empfänger

Wie kann ein Hartz IV-Empfänger Geld sparen? Das Jobcenter Pinneberg weiß wie, und hat dies in einer Broschüre Spartipps für Empfänger von Arbeitslosengeld II. zusammengefasst. Doch diese Hinweise stoßen nicht überall auf Gegenliebe, man ist geteilter Meinung über diese Tipps.

Wer nicht genügend Geld hat, der soll eben die Heizung auslassen. So wie die Familie Fischer, die Protagonistenfamilie der Broschüre. 20 Grad Raumtemperatur tagsüber würden ausreichen, nachts könnte es sogar noch fünf Grad kälter sein. Außerdem könne man doch auf Fleisch verzichten. Das freut Töchterchen Fischer, die eh Vegetarierin werden wollte.

Außerdem könne man doch Möbelstücke verkaufen. Auch am Mineralwasser könne man Geld sparen. Leitungswasser sei viel billiger. Auch wenn es nicht richtig schmecken würde, man gewöhne sich daran. Und wer auf Vollbäder stehe, der solle besser auf die Dusche umstellen. Das spare auch Geld.

Teils sind die Tipps ja ganz sinnvoll. Heinrich Alt, Vizechef der Bundesagentur für Arbeit äußerte sich jedenfalls auf Twitter begeistert und nennt es "einen tollen ALG2-Ratgeber." Weniger angetan zeigt sich dagegen der Paritätische Wohlfahrtsverband. Dessen Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte der BILD: "Es ist absolut albern, wenn Hartz-IV-Beziehern nahe gelegt wird, ihre Möbel zu verhökern, nur noch Leitungswasser zu trinken, Vegetarier zu werden und das Gemüse am besten gleich selbst anzubauen."

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