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Mobbing durch den Chef: Mit Kollegen verbünden und gemeinsam vorgehen

Gezielte Sticheleien, böse Lästereien und hinterhältige Sabotageversuche – Mobbing am Arbeitsplatz ist ein leider weit verbreitetes Phänomen. Meist werden die Angriffe von gleichgestellten Kollegen gestartet. Vor allem in Krisenzeiten verstärkt sich dieses Problem, da viele Mobber Angst um ihren Arbeitsplatz haben und vermeintliche Konkurrenten mit unlauteren Methoden ausschalten wollen.

Manchmal kommt es jedoch auch vor, dass der Chef derjenige ist, der seine Mitarbeiter mobbt und psychisch fertig macht. Diese fiesen Vorgesetzten sind im Regelfall Menschen, die sich selbst ins rechte Licht rücken und Fehler gerne anderen in die Schuhe schieben. Was ist in solch einem Fall zu tun? Auf die Pensionierung, Ablösung oder Beförderung des ungeliebten Chefs warten? Das kann unter Umständen Jahre dauern und eignet sich daher als Strategie eher nicht.

Experten raten Betroffenen, sich in den Vorgesetzten hineinzuversetzen und zu ergründen, warum er sich so gemein verhält. Stecken hinter seinem Verhalten mangelnde Kompetenz oder Versagensängste, die so überspielt werden sollen? Ist es die Sucht nach uneingeschränkter Anerkennung oder Macht? Die Angst vor Konkurrenz? Oder der pure Eigennutz, um die eigene Karriere schneller voranzutreiben?

Je nachdem, zu welcher Einschätzung man kommt, muss man als gemobbter Mitarbeiter unterschiedlich reagieren. Denn der unsichere oder überforderte Chef wird auf eine dezente Unterstützung vermutlich positiver reagieren als der pure Karrierist oder Blender. Hat man die Schwächen des Chefs einmal durchschaut, kann man entsprechende Verhaltensweisen entwickeln. Oft bietet es sich an, mit Kollegen über die Probleme zu sprechen und sich zu verbünden. Denn so sehr sich der Boss auch als König aufführt, letztlich ist von seinen "Untergebenen" abhängig. Gemeinsam kann man versuchen, ein klärendes Gespräch zu führen. Denn eine Gruppe besitzt man ein größeres Gewicht als der Einzelkämpfer, der schnell als Querulant oder Störfaktor eingestuft werden kann.

Anders verhält es sich, wenn nur einzelne Mitarbeiter von den Attacken des Chefs betroffen sind. Dann ist besondere Vorsicht und Besonnenheit angesagt. Ein Gespräch unter vier Augen empfiehlt sich nicht, denn die Chance, beim Boss auf Verständnis zu stoßen oder ein Umdenken zu erreichen, sind gering. Besser ist, aktiv zu werden und z.B. bei Meetings die eigenen Leistungen darzustellen. Ohne dabei allerdings den Chef zu brüskieren oder fremde Konzepte als eigene auszugeben.

Sollte der Leidensdruck zu groß werden, sollten Betroffene ernsthaft einen Stellenwechsel in Erwägung ziehen. In größeren Unternehmen hat man auch die Chance, in andere Abteilungen oder an andere Standorte zu wechseln.

Quelle: welt.de
Bild: Henry Burrows (Flickr)

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