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Nachhilfe als letzte Rettung: Vorsicht vor vertraglichen Fallstricken!

Die Angst vor dem sozialen Abstieg als Folge mangelnder Schulbildung treibt viele Eltern dazu ihr Kind möglichst bis zum Abitur zu pushen. Doch ohne Nachhilfe klappt das in vielen Fällen nicht. Und so ist aus dem Zusatzunterricht inzwischen ein Milliardengeschäft geworden.

Bundesweit werden bereits mehr als eine Million Schüler zur Nachhilfe geschickt. Die Bertelsmann-Stiftung hat errechnet, dass Eltern dafür bis zu 1,5 Milliarden Euro im Jahr ausgeben. Gerade jetzt, in den Wochen kurz vor dem Zeugnistermin, müssen verstärkt die professionellen Helfer ran, damit es mit der Versetzung noch klappt.

Doch Vorsicht: Eine Garantie auf schulischen Erfolg durch Nachhilfe gibt es nicht. Stattdessen vermehren sich Abzocker-Angebote, die teuer sind, ohne den gewünschten Effekt zu bringen. Die Stiftung Warentest rät deshalb, nichts zu überstürzen und bei der Suche nach einem passenden Nachhilfe-Angebot gezielt auf Qualität und vertragliche Fallstricke zu achten. Besonders bei der Anmeldung zur Internet-Nachhilfe müssen Eltern auf versteckte Kosten aufpassen, sonst landen sie womöglich in einer Abo-Falle. Viele große Anbieter haben oft nur eine Mindestlaufzeit von mindestens einem halben Jahr. Wird nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert sich der Vertrag automatisch.

Für das Pauken in der Gruppe verlangen Nachhilfe-Institute im Schnitt zehn bis zwölf Euro pro Schulstunde, d.h. für 45 Minuten. Für einen Einzellehrer muss man meist ab zwölf Euro aufwärts investieren. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach Ausbildung und Erfahrung des Nachhilfelehrers. Dennoch kann sich Einzelunterricht lohnen, denn die Nachhilfe-Institute unterrichten nur eine Dreiviertelstunde und verlangen eine Aufnahmegebühr - während der private Lehrer meist nach Hause kommt, eine Stunde lang bleibt und keinen festen Vertrag verlangt.

Wer unsicher ist, welches Angebot für sein Kind das Passende ist, sollte den Nachwuchs erst einmal in den kostenlosen Probeunterricht schicken, den viele Institute anbieten. Auch ein privater Lehrer kann zunächst ein paar Teststunden geben.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: woodley wonderworks (Flickr)

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