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Nachtarbeit Jobs: Nachteulen werden gut bezahlt

Leistungsabfall, Gereiztheit, Appetitlosigkeit, erhöhtes Unfallrisiko sowie ein höheres Suchtpotenzial im Hinblick auf Alkohol- oder Tablettenkonsum – das sind die Risiken der Nachtarbeit Jobs.

Der Grund: Auch wenn man die gleichen Tätigkeiten ausführt wie die Kollegen aus der Tagesschicht, strengt die Arbeit um fast 60 Prozent mehr an. Wer malocht, während andere Beschäftigte ihren wohlverdienten Schlaf genießen, gefährdet auf Dauer nicht nur seine Gesundheit, sondern auch familiäre und soziale Kontakte. Dennoch ist Nachtarbeit für viele Arbeitnehmer attraktiv. Rund 5,5 Millionen Deutsche arbeiten nachts, meist in Krankenhäusern, in Hotels, am Fließband oder bei der Polizei.

Viele nehmen die nächtlichen Arbeitszeiten deshalb in Kauf, da Nachtarbeit gerade im Niedriglohnbereich vergleichsweise gut bezahlt wird. Bereits 1997 hatte das Bundesarbeitsgericht beschlossen, dass Arbeitgeber für Nachtschichten freie Tage gewähren oder einen Lohnzuschlag zahlen müssen. Die meisten Angestellten wollen lieber das Geld haben, da die Zuschläge steuer- und beitragsfrei sind. Die Sonderzahlungen fangen bei zehn Prozent des Lohns an, können jedoch je nach Branche bis zu 100 Prozent betragen.

Die Vor- und Nachteile der Nachtarbeit muss jeder einzelne Beschäftigte daher für sich abwägen. Studien belegen, dass Nachtarbeit allein noch nicht schädlich ist. Erst in Kombination mit Stress und unregelmäßigen Arbeitszeiten wird die Gesundheit übermäßig belastet. Es gibt jedoch auch Menschen, deren Biorhythmus gut zur nächtlichen Arbeit passt. Für Nachteulen kann ein solcher Job daher genau das Richtige sein.

Nachtarbeit birgt jedoch auch Sicherheitsrisiken. So haben nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nächtliche Übergriffe auf Frauen in der Gastronomie zugenommen. Auch überall dort, wo es Bargeld gibt, ist die Gefahr eines Überfalls erhöht, da beispielsweise Rezeptionen in kleineren Hotels nachts meist nur einer Person besetzt sind.

Quelle: welt.de
Bild: Jean Pierre Hintze (Flickr)

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