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Nebenjobs: Arbeitgeber kann, muss aber nicht informiert werden

Immer häufiger reicht das Einkommen von Vollzeitbeschäftigten nicht mehr aus, um über die Runden kommen. Denn obwohl die Lebenshaltungskosten ständig steigen, ist eine Lohnerhöhung in vielen Unternehmen kein Thema. Daher suchen sich immer mehr Arbeitnehmer einen Zusatzverdienst. Um ihren Hauptberuf nicht zu gefährden, müssen die Nebenjobber aber einige Kriterien beachten.

Grundsätzlich hat jeder Beschäftigte das Recht auf einen Nebenjob in seiner Freizeit, der auch nicht immer vom Arbeitgeber genehmigt werden muss. Eine Ausnahme gilt für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst: Sie sind verpflichtet, sich ihr Zweiteinkommen von der jeweiligen Dienststelle genehmigen zu lassen.

Dennoch gelten ein paar Einschränkungen. So kann der Arbeitgeber z.B. mittels einer Klausel im Arbeitsvertrag verlangen, über Nebenjobs bzw. Zusatzverdienste auf selbständiger Basis informiert zu werden. Verbieten darf er den Nebenjob aber nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen. Zum Beispiel dann, wenn die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters im Hauptjob enorm eingeschränkt wird. Fährt der Beschäftigte beispielsweisejede Nacht Taxi und ist tagsüber übermüdet, kann der Vorgesetzte den Zweitjob untersagen. Ein Verbot ist außerdem dann gerechtfertigt, wenn der Angestellte für Konkurrenz-Unternehmen arbeitet bzw. den gleichen Job, den er im Hauptjob ausübt, anderswo nebenberuflich macht.

Weitere Einschränkungen betreffen die Urlaubszeit. Laut Bundesurlaubsgesetz dient diese Zeit ausschließlich der Erholung. Wer trotzdem arbeitet, geht einer Erwerbstätigkeit nach, die dem Urlaubszweck widerspricht. Außerdem darf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von gesetzlich vorgeschriebenen 48 Wochenstunden auch mit Nebenjob nicht überschritten werden. Selbstverständlich dürfte natürlich sein, dass man im Nebenjob keinen illegalen Tätigkeiten oder Schwarzarbeit nachgeht.

Wer als Nebenjobber nicht in die steuerfalle tappen will, muss aufpassen, dass er nicht mehr als 400 Euro dazu verdient. Bis zu dieser Höhe wird der Zusatzverdienst voll ausgezahlt und nicht auf das zu versteuernde Einkommen angerechnet. Liegt das Zweiteinkommen aber nur einen Cent über 400 Euro, gilt diese Regelung nicht mehr. Dann werden Steuern und Abgaben fällig.

Quelle: careerbuilder.de
Bild: Björn Láczay (Flickr)

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