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Nebenjobs: Hauptarbeitgeber muss mit Zweiterwerb einverstanden sein

Wer neben seinem Hauptberuf noch einem Nebenerwerb nachgeht, muss die Vereinbarkeit beider Tätigkeiten, die Unfallversicherung und die Urlaubsplanung im Blick haben.

Arbeitsrechtlich ist eine Nebenbeschäftigung nicht unproblematisch. Wer bis tief in die Nacht kellnert und am nächsten Morgen völlig gerädert am eigentlichen Arbeitsplatz erscheint, läuft Gefahr, seine Haupteinnahmequelle zu verlieren.

Bundesweit haben nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) mehr als 1,4 Millionen Menschen einen Zweitjob. Damit liegt ihr Anteil bei 3,7 Prozent aller Erwerbstätigen, was im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine sehr geringe Quote ist. Noch ist es eher die Ausnahme, dass Beschäftigte in Deutschland mehrere Arbeitsstellen haben. Allerdings werden es immer mehr, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet. Noch im Jahr 2002 hatten lediglich 800.000 Menschen einen Nebenjob. Zu den Doppelverdienern gehören keineswegs nur Erwerbstätige mit einem geringen Ausbildungsniveau, sondern auch Künstler, Landwirte, Wissenschaftler, Juristen und Fachkräfte im Sozialbereich.

Grundsätzlich ist es ihr gutes Recht, mehrere Arbeitsverhältnisse einzugehen – jedenfalls solange diese sich nicht zeitlich überschneiden und grundsätzlich miteinander vereinbar sind. Die Interessen des Hauptarbeitgebers dürfen durch einen Nebenerwerb nicht eingeschränkt werden. Außerdem muss er in den meisten Fällen seine Zustimmung geben, wenn einer seiner Angestellten neben dem Beruf noch einer weiteren Tätigkeit nachgehen möchte. Ausnahme sind lediglich einmalige Aushilfstätigkeiten wie das Tapezieren der Wohnung eines Bekannten.

Ansonsten sind Zweitjobs in der Regel anzeigepflichtig, je nach Umfang sogar genehmigungspflichtig. Letzteres gilt, wenn der Zweitjob körperlich so anstrengend ist oder so lange dauert, dass man beim Dienstantritt im Hauptjob erschöpft ist. Aufpassen müssen Doppelverdiener auch beim Urlaub. Wer im Hauptjob Urlaub hat, darf die Zweitbeschäftigung nicht in Vollzeit ausüben, da die Auszeit der Erholung dient. Wer dennoch arbeiten will, muss die Zustimmung des Hauptarbeitgebers einholen.

Ganz wichtig ist, dass man auch bei der Zweitstelle eine Unfallversicherung hat. Wer nebenbei schwarz arbeitet und sich dabei verletzt, ist durch den Hauptjob nicht abgesichert.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: ngader (Flickr)

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