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Nebenjobs: Zuverdienstgrenzen für Arbeitnehmer, Renter und Arbeitslose unterschiedlich hoch

Fast jeder vierte Deutsche geht inzwischen einem Nebenjob nach oder betreibt ein Business im Nebenerwerb. Für viele Arbeitnehmer ist der Zweiterwerb eine wichtige Einnahmequelle geworden, da sie ein so niedriges Gehalt beziehen, dass sie ihren Lebensunterhalt ansonsten nicht eigenständig bestreiten könnten. Andere Minijobber wiederum schaffen sich mit dem Nebenjob einen höheren Lebensstandard.

Seit Einführung des sogenannten Minijobs hat sich die Zahl der Zweitverdiener deutlich erhöht, da man mit einem Nebenjob bis zu 400 Euro nebenbei verdienen kann, ohne dass dafür Steuern und Sozialabgaben entrichtet werden müssen. Doch Vorsicht, auch bei geringfügigen Beschäftigungen gibt es je nach Status eine Menge Regeln sowie unterschiedliche Rechte und Pflichten zu beachten.

Nebenjobs für reguläre Arbeitnehmer: Beschäftigte, die einem regulären Arbeitsverhältnis nachgehen, müssen sich die Ausübung eines Nebenjobs von ihrem Chef genehmigen lassen. Während einer Krankschreibung oder während ihres Erholungsurlaubes dürfen sie den Zweiterwerb nicht ausüben. Am Hauptarbeitsplatz dürfen keine Aktivitäten für den Nebenjob wie Terminvereinbarungen oder Telefonate mit Kunden stattfinden. Der Zuverdienst im Nebenerwerb muss offiziell angegeben werden. Schwarzarbeitern droht nicht nur eine empfindliche Strafe vom Finanzamt, sondern häufig auch die Kündigung durch den Hauptarbeitgeber.

Nebenjobs für Rentner: Auch immer mehr Pensionäre sind gezwungen, ihre monatliche Rente aufzubessern. Für Rentner über 65 Jahre gibt es keine Hinzuverdienstgrenze. Frührentner oder Menschen, die eine Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen, müssen allerdings aufpassen. Sie dürfen pro Monat nicht mehr 350 Euro hinzuverdienen, ohne dass das Gehalt auf die Rente angerechnet wird. Nur zweimal im Jahr darf dieser Betrag um 100 Prozent überschritten werden. Bei Nichteinhaltung drohen Rentenkürzungen.

Nebenjobs für Arbeitslose: Arbeitslose gelten zwar vor dem Gesetz als Beschäftigte, dürfen aber trotzdem einem Nebenjob nachgehen. Allerdings darf der Job 15 Wochenstunden nicht überschreiten. Zudem muss das Arbeitsamt über den Zuverdienst informiert werden. Wer nicht will, dass sein Minijob auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird, darf nur 165 Euro hinzuverdienen. Grundsätzlich ist jedoch auch ein Zuverdienst von 400 Euro möglich, dich die werden dann vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Nebenjobs für Hartz-IV-Empfänger: Bezieher von Arbeitslosengeld II dürfen mehr als 15 Stunden wöchentlich in einem Minijob arbeiten, allerdings nur 100 Euro monatlich anrechnungsfrei hinzuverdienen. Alle Verdienste, die darüber hinausgehen, werden zu 80 Prozent mit den Leistungsansprüchen verrechnet.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: Alex Barth (Flickr)

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