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Neues Hochschul-Ranking: Deutschland wartet ab und vergibt Chancen auf Einflussnahme

Unter Hochschulmanagern und Studenten haben Rankings Konjunktur. Während die Unis mit guten Platzierungen werben können, erhoffen sich die Studierenden Orientierungshilfe bei der Wahl ihres Studienorts. Allerdings sind Ranglisten nicht bei allen beliebt, vor allem nicht bei Wissenschaftlern. Viele von ihnen kritisieren die Oberflächlichkeit von Rankings, bei denen Hochschulen nicht nach transparenten oder aussagekräftigen Kriterien miteinander verglichen werden.

Trotz der widersprüchlichen Auffassungen hat die OECD ein Projekt angestoßen, das als eine Art Pisa-Test für Studenten bezeichnet werden könnte. Die neue Erhebung heißt 'Ahelo' und steht als Abkürzung für 'Assessment of Higher Education Learning Outcome'. Die Studie soll den einzelnen Ländern über die Leistungsfähigkeit ihres Bildungssystems ebenso Aufschluss geben wie den einzelnen Hochschulen über die Qualität ihrer Lehre. Das Ergebnis wäre verlässlicher als andere Rangkings, dennoch macht Deutschland bislang nicht mit.

In 15 anderen Ländern dagegen ist bereits eine Machbarkeitsstudie angelaufen. Teilnehmer sind unter anderem der Pisa-Champion Finnland, aber auch Staaten wie Ägypten, Russland und Kolumbien. Seit fast einem Jahr feilen jeweils zehn Hochschulen aus den 15 Ländern an Fragen und Tests, mit denen ab Mitte 2011 das analytische und kritische Denkvermögen der Studenten sowie das Fachwissen der Studierenden in den wirtschafts- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern überprüft werden soll. Wenn 2012 die ersten Ergebnisse vorliegen, wird sich entschieden, ob die Studie schließlich in allen OECD-Staaten durchgeführt wird.

Nach Einschätzung von Barbara Ischinger, der Bildungsdirektorin der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, verliert Deutschland durch seine abwartende Haltung Einfluss auf die Gestaltung des Tests. Sie empfindet das als bedauerlich, da deutsche Hochschulen sowohl in den Wirtschafts- als auch in den Ingenieurwissenschaften international sehr angesehen seien. Zudem befürchtet sie, dass die Hochschulen der teilnehmenden Länder die Resultate der Vorstudie als PR-Schlager verwenden könnten. Dies sei für Deutschland ein potentieller Nachteil im Wettbewerb um die klügsten Köpfe, der zwischen den besten Universitäten der Welt ausgetragen werde.

Quelle: faz.net
Bild: Nic McPhee (Flickr)

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