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Neues Hochschulranking von ZEIT Online für 2014/2015

  • Marcus Sümmnick / Flickr

Das Hochschlranking für 2014/2015 von ZEIT online und dem Centrum für Hochschulentwicklung ist da, eine Beurteilung aller deutschen Universitäten und Fachhochschulen, an denen man seinen Bachelor oder Master machen kann. Die Ergebnisse beruhen auf Umfragen unter Studenten, Fragen an Professoren, sowie Informationen der Universitäten.

Viele Studiengänge, viele Qualitätsmerkmale

Woran erkennt man die Qualität eines Studiengangs? Die Zeit und das Centrum für Hochschulentwicklung haben sich dafür Kriterien überlegt und Universitäten und Fachhoschulen verglichen. Die Ausstattung der Universität und Angebote rund ums Studieren spielen dabei ebenso eine Rolle wie interne Bewertungen im Fachbereich: Professoren wurden nach ihrer Meinung gefragt.

Studierende ebenso, außerdem hat man von den Webseiten der Universitäten andere Informationen zusammen getragen: Wie viel Geld steht für die Forschung im Fachbereich zur Verfügung? Und natürlich wirtschaftsorientierte Fragen: Wie stark stehen praktische Arbeit und Auslandsaufenthalte auf dem Stundenplan?

Anmeldung verlangt

Um die Ergebnisse des Rankings einsehen zu können, dass in diesem Jahr nur in den Studiengängen Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften, Volkswirtschaft, Jura, Soziale Arbeit, Medienwissenschaft, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsrecht aktualisiert wurde, muss man sich registrieren. Ein Blick in die Datenschutzbestimmungen von ZEIT online lohnt sich dabei.

Umfragen

Für die Umfragen wurden viele Studierende an den Universitäten befragt. Diese Umfragen erfolgen durch das Centrum für Hochschulentwicklung, das einerseits von der Hochschulrektorenkonferenz und andererseits von der Bertelsmann Stiftung getragen wird. Neben der ZEIT als Wirtschaftsunternehmen spielt hier also eine Stiftung ein, die auch andere Projekte fördert, die junge Menschen vor allem darauf fokussieren sollen, an ihre "Karriere" zu denken. Die Fragen sind dabei selbstverständlich recht knapp gehalten aber umfangreich und decken den Uni-Alltag ab.

Häufig sind sie auf die Zufriedenheit der Studenten bezogen ("Wie zufrieden bist du mit den Bibliotheksöffnungszeiten?") und lassen damit viel Spielraum zur Interpretation: Während einige Informatikstudenten vermutlich "sehr zufrieden" mit einer Bibliothek sind, die jeden zweiten Tag für ein paar Stunden öffnet, brauchen viele Geisteswissenschaftler eigentlich einen 24-Stunden-Zugang zur Bibliothek.

Hilfe für die Studienwahl?

Hochschulrankings helfen leider oft nur denjenigen, die längst wissen, was sie tun wollen und oft auch, wo. Denn wenn jemand noch nicht sicher ist, was genau er studieren möchte, dann kann er sicherlich auch noch nicht entscheiden, ob es ihm wichtiger ist, dass in diesem Studiengang viel Geld für die Forschung zur Verfügung steht oder eher eine wirtschaftliche Orientierung statt findet.

Wer noch nicht weiß, was Studieren überhaupt genau bedeutet, kann auch noch nicht wissen, welche Faktoren für ihn wichtig sein werden. Vielleicht lernt man sich selbst als Party-Mensch kennen, vielleicht ist man auch erschlagen von der vielen Zeit, die man in Asbest-verseuchten Gebäuden verbringen muss.

Studiengänge mögen an einigen Universitäten sehr schlecht abschneiden, weil sie "schlecht" auf das Berufsleben vorbereiten, aber eigentlich einfach einen akademischen Fokus haben und deswegen für diejenigen Studenten mit tiefergehendem Interesse oder einer wissenschaftlichen Karriere im Auge perfekt sein.

Konsequenzen der Rankings

Außerdem stellen diese Rankings oft selbsterfüllende Prophezeiungen auf: Wenn von einer Hochschule behauptet wird, sie sei besonders gut, werden sich dort auch die besten Abiturienten oder Bachelor-Absolventen bewerben. Deren Leistungen reflektieren wiederum später vermeintlich die Leistung der Universität.

Mit dem Wissen im Kopf, dass die Rangordnung der eigenen Universität eventuell auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt beeinflussen wird ("Ach, Kandidat X kommt von der Universität, deren Studenten den Studiengang alle als "anspruchsvoll" beschreiben – er muss gut sein!"), kann nun ein Student die Ergebnisse beeinflussen.

Fakultäten wiederum tun gut daran, frühzeitig die Ansprüche an ihre Studenten zu senken, denn so gibt es mehr positive Ergebnisse im Ranking: Wer fühlt sich schon mit einer 3,0 wohl und gut betreut, wenn er an einer anderen Uni für die gleiche Leistung eine 1,0 bekommen könnte?

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