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Niedersachsen: "Sexuelle Vielfalt" als Schulfach beschlossene Sache

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In Niedersachsen beschloss jetzt der Landtag, dass "sexuelle Vielfalt" als Unterrichtsfach an Schulen eingeführt wird. Damit setzte sich die rot-grüne Regierung im Verbund mit der FDP durch. Konservative Gruppen protestieren dagegen. Sie befürchten eine Sexualisierung und Verwirrung der Kinder. Die Debatte im Landtag soll sehr emotional gewesen sein.

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt legte die Beweggründe für die Entscheidung ganz klar dar: "Es geht darum anzuerkennen, dass die Schule einen wichtigen Beitrag zu Offenheit und Toleranz gegenüber sexuellen Auffassungen und Identitäten leisten muss." Das Unterrichtsfach "sexuelle Vielfalt" konfrontiert die Kinder und Jugendlichen mit Themen wie Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität oder Intersexualität.

Längst wäre das im Sprachsatz der Kinder schon angekommen, meint der schulpolitische Sprecher der Grünen in Niedersachsen, Heiner Scholing. Homophobe Schimpfwörter seien schon gang und gäbe. "Und wenn ein Thema schon in den Köpfen der Kinder angekommen ist, ist die Schule gut beraten, das auch zielgerichtet aufzugreifen", so Scholing.

Die Debatte um das neue Schulfach gibt es nicht nur in Niedersachsen, sondern deutschlandweit. Konservative Gruppen sind strikt dagegen, "sexuelle Vielfalt" zu unterrichten. Populismus könnte eine seriöse Debatte darüber verhindern. In Niedersachsen wird es das Unterrichtsfach jedenfalls in Zukunft geben. Und wahrscheinlich wird es für viele Kinder nichts Neues sein, was sie dann erfahren.

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