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Nightline-Zuhörertelefon: Studentische Nummer gegen Kummer

Seit knapp einem Jahr können Dresdner Studenten am Zuhörtelefon dienstags, donnerstags und sonntags zwischen 21 und 1 Uhr über ihren Kummer und ihre Probleme sprechen. Manche Anrufer sind echt verzweifelt, andere brauchen nur mal jemanden zum Reden.

Am anderen Ende der Hotline 'Nightline' sitzen ebenfalls Studenten, die ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste der Anrufer haben. Deren Probleme sind immer sehr unterschiedlich. Mal geht es um Liebeskummer oder Einsamkeit, mal um eine verhauene Prüfung oder um die Frage, wie man Familie und Uni unter einen Hut bekommt. Die meisten Mitglieder im 25-köpfigen Nightline-Team sind Psychologie-Studenten. Sie hören zu, ohne beratend tätig zu werden. Ziel ist, dass die Anrufer während des Telefonats selbst eine Lösung für ihr Problem finden. Sehr schwierige Fälle werden jedoch an eine professionelle Beratungsstelle verwiesen.

Ein Gespräch dauert duchschnittlich eine halbe Stunde, jedoch nie länger als 60 Minuten. Irgendwann fühlen sich die 'Nightliner' schlicht nicht mehr aufnahmefähig. Außerdem sollen in den vier Stunden möglichst viele Anrufer eine Chance bekommen, denn es gibt nur einen einzigen Telefonanschluss. Trotzdem telefonieren die 'Nightliner' immer zu zweit, denn dann können sie sich hinterher ein Feedback geben. Außerdem wollen manche Anrufer nur mit einer Frau oder nur mit einem Mann reden.

Die Dresdner Universität bezuschusst das Projekt zwar nicht direkt, findet das Angebot aber dennoch sehr gut, da es ein großer Vorteil sei, dass die Studenten nah an den Problemen der Anrufer dran seien. Auch in anderen Universitätsstädten gibt es eine nächtliche Nummer gegen Kummer. In Heidelberg können Studenten bereits seit 1995 anrufen, inzwischen sogar täglich. In Freiburg, Münster und Köln gibt es ebenfalls Zuhörertelefone, in Potsdam ist die Nightline gerade in der Aufbauphase.

Quelle: fr-online.de
Bild: *higetiger (Flickr)

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