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Orchideenfächer: Absolventen haben als Quereinsteiger gute Chancen in der freien Wirtschaft

Indogermanistik, Bohemistik, Afrikanistik oder Slawistik gelten als absolute Exotenfächer. Es gibt nicht viele Studierende, die sich für solche Studiengänge entscheiden. Und gerade weil es so wenig Absolventen gibt, sind sie nach Meinung vieler Experten ziemlich wertvoll. Und so kommt es, dass Absolventen als Quereinsteiger durchaus gute Chancen auf dem Jobmarkt haben.

Die meisten Orchideenfächer gehören zu den Geisteswissenschaften. Doch es gibt auch naturwissenschaftliche Disziplinen wie Mineralogie oder Kosmetologie. Erst vor kurzem sprach sich der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart für den Erhalt dieser exotischen Studiengänge aus. Er hält die kleinen Fächer für "gut in der Lehre und teilweise Spitze in der Forschung".

Studierende der Baltistik oder Arabistik dürften solche Nachrichten freuen. Wer ihnen bislang vorhielt, sie erlernten nur brotlose Kunst und würden als Taxifahrer enden, muss sich eines Besseren belehren lassen: Die Beraterfirma Kienbaum z.B. schätzt die Chancen nicht schlecht ein, dass die Exoten unter den Absolventen in einer Unternehmensberatung, einem großen Industrie- oder Wirtschaftsunternehmen unterkommen können.

Bei vielen Auswahlverfahren werden ein paar Plätze speziell für jene Absolventen offengehalten, die nicht aus den Wirtschaftswissenschaften, dem Ingenieurwesen oder der Juristerei kommen. Der Grund: Geisteswissenschaftler haben andere Denkweisen und sind kommunikationsstark. Auch zeigen sie oft ein hohes Maß an Flexibilität und eine rasche Auffassungsgabe, die ihnen hilft, sich schnell in neue Wissensgebiete einzuarbeiten. Bei Auswahlverfahren hängt nur 50 Prozent des Erfolgs von der fachlichen Qualifikation ab. Die andere Hälfte machen die Soft Skills aus, die bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern häufig stärker ausgeprägt sind. Zudem bringen die seltenen Experten meist Auslandserfahrung und eine hohe Motivation mit.

Wer jedoch endlos studiert hat und keinerlei Praktika vorweisen kann, hat nur wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine Affinität zur freien Wirtschaft sollte auch bei den Exoten erkennbar sein. Zusatzqualifikationen während des Studiums, zu denen beispielsweise Kurse in Betriebswirtschaft, Kommunikation oder Marketing gehören können, kommen ebenfalls gut an. Die meisten Quereinsteiger arbeiten derzeit in der freien Wirtschaft in drei Sparten: Im Marketing, im Personal und in der Kommunikation.

Quelle: manager-magazin.de
Bild: fam_dax (Flickr)

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