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Outplacement: Aus der Not geborene Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter

Eine Kündigung ist für Arbeitnehmer ein furchtbares Erlebnis, das mit finanziellen und psychosozialen Konsequenzen verbunden ist. Aber auch für Unternehmen sind Entlassungen eine schwierige Angelegenheit, da sie zusätzlich zu den wirtschaftlichen Problemen einen Imageschaden befürchten.

Um einen Stellenabbau sowohl für die Mitarbeiter als auch den Betrieb 'sozialverträglicher' und 'einvernehmlicher' abwickeln zu können, wird in Deutschland zunehmend das bereits Anfang der 1950er Jahre in den USA entwickelte Konzept des 'Outplacement' eingesetzt.

Dieses Instrument bezeichnet eine Dienstleistung des Unternehmens für diejenigen Mitarbeiter, die nach ihrer Entlassung auf den Arbeitsmarkt vermittelt werden sollen. Um die ehemaligen Angestellten bei ihrer unfreiwilligen beruflichen Neuorientierung zu entlasten, engagiert die Firma einen meist externen Outplacement-Berater mit Erfahrungen im Bereich Management und Personalwesen. Dies kann ein ehemaliger Manager ebenso sein wie ein Personal- oder Unternehmensberater, Coach oder Trainer. Vorrangige Aufgabe des Beraters ist zunächst gemeinsam mit dem Unternehmen die Entlassung vorzubereiten. Dazu kann das Trainieren von Trennungsgesprächen und die Gestaltung von Aufhebungsverträgen gehören.

Anschließend werden die entlassenen Mitarbeiter betreut, damit sie den Schicksalsschlag emotional bewältigen können. Nach der ersten Schockphase wird ihre Reintegration auf den Arbeitsmarkt (= Replacement) vorbereitet. Die Hilfestellungen werden in Form von psychologischen Einzel- oder Gruppenberatungen, Weiterbildungs- und Umschulungsprogrammen oder der Hilfestellung bei der Jobsuche gegeben. So kann der Outplacement-Berater beispielsweise Kontakte zu Unternehmen herstellen, die neue Mitarbeiter suchen oder bei der Erstellung beruflicher Qualifikationsprofile und Bewerbungsunterlagen helfen. Die Dauer der Beratung erstreckt sich entweder über einen festgelegten Zeitraum oder bis zu dem Tag, an dem der outgesourcte Mitarbeiter einen neuen Job gefunden hat.

Wer als Unternehmen das Instrument des Outplacement einsetzt, kann damit häufig das öffentliche Ansehen schützen, den Zeit- und Kostenaufwand des Kündigungsprozesses verringern und Gerichtsklagen von Mitarbeitern vermeiden. Insofern ist es für eine beide Seiten eine aus der Not geborene Win-Win-Situation.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: Scott Maxwell (Flickr)

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