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Pflegekräfte: Durch steigenden Bedarf sind Arbeitsplätze auch in Zukunft reichlich vorhanden

Pflegekräfte werden in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger. Und selbst jetzt, wenn der Stellenanteil in den Zeitungen immer dünner wird, können sie sich vor Jobangeboten kaum retten.

Die steigende Zahl der Pflegebedürftigen zieht einen großen Bedarf an Fachkräften nach sich, da es immer mehr ältere Menschen gibt, die häufig mehrere Krankheiten gleichzeitig haben. Gesundheitsexperten der Bundesregierung rechnen damit, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von derzeit 2,1 Millionen bis 2050 auf bis zu 4,4 Millionen steigen könnte. Gesundheits- und Krankenpfleger müssen sich daher auch in Zukunft keine Sorgen um einen Arbeitsplatz machen. Ihr Beruf genießt ein hohes Ansehen: Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage werden sie mehr geschätzt als Ärzte oder Richter. Ein starker Beweis dafür, dass die Gesellschaft die Arbeit von Gesundheits- und Krankenpflegern immer stärker anerkennt, weil sie sieht, was Pflege wirklich bedeutet. Bislang sind es überwiegend Frauen, die in diesem Bereich arbeiten.

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger kann an staatlichen, privaten oder gemeinnützigen Schulen erfolgen. Sie dauert in der Regel drei Jahre. Als Pflegefachkraft übernimmt man zunächst grundpflegerische Aufgaben wie An- und Auskleiden, Bewegung, Essen und Trinken, aber auch das Waschen. Später kommt die Behandlungspflege dazu, also das Verabreichen von Medikamenten, Injektionen, Infusionen. Auch die Wundversorgung sowie die künstliche Ernährung, das Vor- und Nachbereiten bei Therapiemaßnahmen oder das Überwachen von Blutdruck und Temperatur gehören zu den Aufgaben.

Der Beruf ist mit einer großen Verantwortung verbunden, denn Kranke und Pflegebedürftige befinden sich in Ausnahmesituationen und sind deshalb sensibel und verletzlich. Ihren Emotionen sind Pflegekräfte oft stärker ausgesetzt als die eigenen Angehörigen, die oftmals nur ein paarmal im Monat zu Besuch kommen. Gespräche gehören daher zu einer guten Pflege dazu, auch wenn dafür immer weniger Zeit bleibt. Den Zeitdruck empfinden viele Pflegekräfte als größtes Manko in ihrem Beruf. Dem gegenüber stehen positive Erlebnisse, z.B. wenn man erlebt, dass man durch sein Eingreifen etwas zum Guten verändern konnte.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es bundesweit fast 530.000 Vollzeit-Beschäftigte, von denen die meisten im Krankenhaus arbeiten. Hinzu kommen gut 263.000 Teilzeit- oder geringfügig Beschäftigte. Pflegekräfte sind oft im Schichtdienst tätig, arbeiten also auch am Wochenende und nachts. Ein weiteres Manko ist die eher geringe Bezahlung, die dem oftmals körperlich und mental anstrengenden Job nicht wirklich gerecht wird. Nach fünf Jahren Berufserfahrung kommt ein Pfleger auf maximal 1.460 Euro netto monatlich.

Quelle: n-tv.de
Bild: viëtor (Flickr)

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