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Privat-Hochschulen in Geldnot: Mit Forschung und Lehre lässt sich nichts verdienen

Sie sind ambitioniert, vielfach renommiert, teuer – und stehen kurz vor der Pleite. Immer mehr deutsche Privathochschulen geraten in eine finanzielle Schieflage. Im vergangenen Jahr musste die Private Hanseuniversität in Rostock ihren Betrieb einstellen. Zum Schluss wollte an der Hochschule nicht einmal mehr eine Handvoll Studenten lernen. Das gleiche Schicksal teilten die International University in Bruchsal und das Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT).

Doch was sind die Ursachen für die Misserfolge der privaten Universitäten? Zunächst einmal die falsche Annahme, dass man den Betrieb zum Großteil aus Studiengebühren finanzieren kann. Doch das ist völlig unmöglich, weiß Michael Göring, Chef der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Seiner Meinung nach darf man als private Hochschule in Deutschland keine Gewinnabsicht haben und kann nur dann bestehen, wenn die Finanzierung von den Studiengebühren abkoppelt wird.

Der Grund: Will eine private Hochschule auf Universitätsniveau arbeiten, muss sie das meiste Geld in die Forschung investieren, um Studenten auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu unterrichten und sich einen guten Ruf zu erarbeiten. Doch nur über Studiengebühren lassen sich die Ausgaben dafür nicht decken. Stattdessen ist für das Überleben privater Hochschulen gesellschaftliches Engagement vonnöten. Soll heißen: Sie müssen einen Geldgeber finden, der sich mit der Bezuschussung einer bestimmten Universität einen Traum erfüllt und möglicherweise auch seinen Namen dafür hergibt.

Private Hochschulen brauchen einen Mäzen wie beispielsweise den milliardenschweren Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Nach ihm wird die private Kühne Logistics University (KLU) benannt, die im Herbst in Hamburg ihre Pforten öffnet. Der Namensgeber hat die neue Hochschule über seine Kühne-Stiftung initiiert und dafür 30 Millionen Euro bereit gestellt.

Die frühere International University Bremen, heute eine der größten privaten Hochschulen der Republik, kam vor einigen Jahren nur durch eine dreistellige Millionengabe des Kaffeeunternehmers Klaus Jacobs wieder auf die Beine. Für seine Einlage bekam der mittlerweile verstorbene Unternehmer zwar keine Rendite, doch dafür wurde ihm ein ganz besonderes Denkmal gesetzt: Die Hochschule heißt seitdem Jacobs University.

Quelle: karriere.de
Bild: daad.de (Flickr)

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