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Rauchen am Arbeitsplatz: Lange Pausen nicht zwangsläufig ein Kündigungsgrund

Norbert W. ist starker Raucher und unterbrach seine Arbeit oft für stundenlange Raucherpausen. Irgendwann hatte sein Arbeitgeber die Nase voll und entließ ihn fristlos. Doch Norbert W. klagte gegen die Kündigung. Überraschenderweise gab das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz ihm jetzt Recht.

Als Begründung führte das Gericht an, dass lange Raucherpausen nicht zwangsläufig eine Kündigung rechtfertigen. Unter Berücksichtigung bestimmter Umstände könne eine Entlassung unverhältnismäßig sein – selbst dann, wenn der Mitarbeiter durch zu lange Rauchpausen seine arbeitsvertraglichen Pflichten verletze. Dem Gericht zufolge hatte Norbert W. mit seinem Vorgesetzten vereinbart, dass er kurze Raucherpausen einlegen darf, ohne das Zeiterfassungsgerät zu bedienen. Allerdings nutzte der Kläger diese Vereinbarung aus Sicht seines Arbeitgebers über die Gebühr aus: So habe der Kettenraucher mehrmals pro Tag und oft für mehrere Stunden seine Arbeit für Raucherpausen unterbrochen. Dies habe er so nicht hinnehmen können.

Nachdem auch mehrere Abmahnungen keine Wirkung zeigten, kündigte der Arbeitgeber Norbert W. im vergangenen Jahr fristlos. Das Landesarbeitsgericht fand diese Reaktion jedoch überzogen, denn der Kläger sei bereits über 50 Jahre alt und gehöre dem Betrieb seit 1970 an.

Nach Auffassung des Arbeitsgerichts lag zwar ein Grund für eine fristlose Kündigung vor, doch unter Berücksichtigung aller Umstände rechtfertige dieser nicht die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Stattdessen schlug das Gericht vor, dass Norbert W. sich in Zukunft zum Rauchen per Stempel offiziell abmeldet. Dann würden die Raucherpausen nicht mehr zur Arbeitszeit zählen und müssten nicht mehr bezahlt werden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Quelle: rp-online.de
Bild: matze_ott (Flickr)

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