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Rechte im Krankheitsfall: Bei zwei Fehltagen ist noch kein Attest nötig

Was haben die Wirtschaftskrise und der Krankenstand gemeinsam? Ganz einfach: Aus Angst vor einem Jobverlust ist der Krankenstand derzeit auf ein Rekordtief gesunken.

Mit Erkältung, Darmgrippe oder Rückenschmerzen schleppen sich immer mehr Angestellte in die Arbeit, obwohl sie am liebsten das Bett hüten würden. Dabei würden die Kollegen vielfach gerne auf den hustenden Mitarbeiter verzichten, um sich nicht anzustecken. Was also tun? Wir stellen Ihnen Ihre Rechte und Pflichten bei Halskratzen und Co vor, damit Ihnen der Chef nichts hustet.

Wer krank ist, darf zu Hause bleiben: Jein. Arbeitsunfähig ist, wer seiner Gesundheit schaden würde, wenn er im Büro bleibt. Dem Angestellten muss es unmöglich oder unzumutbar sein, zu arbeiten. Erst dann ist er krank genug, um zu Hause zu bleiben. Führungskräfte müssen übrigens unter Umständen trotz Krankschreibung für ihre Chefs zur Verfügung stehen. Zumindest müssen sie telefonisch erreichbar sein, damit ihre Abteilung und Projekte reibungslos funktionieren. Für krankheitsbedingte Ausfälle bietet es sich daher an, bereits im Vorfeld einen Vertretungsplan zu organisieren.

Wer zu Hause bleibt, braucht ein Attest: Nicht sofort. Erkrankte Angestellte müssen nicht sofort zum Arzt. Bis zu drei Kalendertage dürfen sie ohne ärztlichen Beistand das Bett hüten. Am vierten Krankheitstag ist jedoch spätestens ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fällig. Allerdings muss der Angestellte seinen Arbeitgeber so schnell wie möglich über sein Fehlen informieren, am besten noch vor dem Arztbesuch. Und der Vorgesetzte muss schnellstmöglich wissen, wie lange der Angestellte voraussichtlich ausfällt und welche Termine deswegen verschoben werden müssen.

Wer krank ist, darf nicht ausgehen: Nicht unbedingt. Angestellte dürfen alles tun, was ihrer Genesung dient und die Krankheit nicht verschlimmert. Welche Aktivität das sein könnte, hängt von der Art der Erkrankung ab: Nicht jedes Zipperlein erfordert strenge Bettruhe. Man darf mit einer Erkältung einkaufen gehen. Wer aber einen Bandscheibenvorfall hat, sollte besser nicht auf die Idee kommen, im Garten Bäume einzureißen. Dies würde der Genesung schaden und kann mit einer Abmahnung sanktioniert werden. Ob man während der Krankschreibung seinen Chef abends im Kino treffen will, ist dagegen eine moralische Frage, die jeder selbst beantworten muss.

Quelle: focus.de
Bild: karine*imagine (Flickr)

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