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Rechte und Pflichten beim Nebenjob: Unbedingt den Arbeitgeber informieren!

Ob als Kellnerin auf dem Oktoberfest, als Trainer im Fitnessclub, Zeitungsausträger oder Aushilfe im Supermarkt - immer mehr Deutsche gehen neben ihrer regulären Arbeit noch einem Zweitjob nach.

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung waren es Ende vergangenen Jahres immerhin über 2,2 Millionen Deutsche, die einen Nebenjob haben – immerhin 8% mehr als im Vorjahr. Nach dem Büro in die Bar – aber nicht zum After-Work-Cocktail mit Kollegen, sondern zum Kellnern. Doch Achtung: Egal welche Motivation hinter der Feierabendaktivität steckt - ein paar wichtige Regeln müssen beachtet werden, sonst riskiert man seinen Haupt-Job!

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber muss übe den Zweitjob informiert werden! In bestimmten Fällen hat er nämlich das Recht, seinen Angestellten einen Nebenjob zu untersagen. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn der Angestellte dem Hauptarbeitgeber mit seinem Nebenjob Konkurrenz macht (BAG, Az 2 AZR 442/97) oder sich die Arbeitszeiten überschneiden. Außerdem darf die Arbeitsfähigkeit nicht von der Nebentätigkeit beeinträchtigt werden. Arbeitet beispielsweise ein Büroangestellter bis drei Uhr morgens als DJ, kann der Chef das Plattenauflegen laut Gesetz verbieten. Wer seinen Nebenjob trotz vertraglicher Pflicht verschweigt, muss mit einer Abmahnung oder Entlassung rechnen (BAG, 6AZR 537/95).

Während seines Urlaubs darf ein Arbeitnehmer keiner Nebentätigkeit nachgehen, sondern soll sich erholen. Wer sich dennoch dem Stress einer anderen Arbeit aussetzt, handelt grob fahrlässig und riskiert eine Abmahnung. Ausnahmen sind allerdings ehrenamtliche Tätigkeiten oder Jobs mit einem Erholungswert, z.B. Betreuer einer Jugendfreizeit. Im Nebenjob darf man auch nicht arbeiten, so viel man will. Zusammen mit dem Haupt-Job darf die zulässige Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche nicht überschritten werden.

Es gibt jedoch für Zweitjobs nicht nur Verbote und Restriktionen, sondern auch Vergünstigungen: Übungsleiter, Ausbilder oder Erzieher dürfen pro Jahr 2100 Euro steuerfrei hinzu verdienen. Voraussetzung ist, dass ihr Arbeitgeber eine gemeinnützige Organisation oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts ist und die Tätigkeit einem gemeinnützigen, karitativen oder kirchlichen Zweck dient.

Quelle: focus.de, karriere.de
Bild: Nicu Buculei (Flickr)

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