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Scheinselbstständigkeit: Risiken und Konsequenzen

Scheinselbstständigkeit ist eine arbeitsrechtliche Situation, die ziemlich oft vorkommt. Häufig ist es dabei so, dass in Wirklichkeit ein gewöhnliches Anstellungsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorliegt. Nach außen hin sieht es aber so aus, als ob es sich um freiberufliche Tätigkeit handele.

Wenn beispielsweise rund achtzig Prozent der Einkünfte von einem Auftraggeber stammen, kann man schwer von der Freiberuflichkeit sprechen. In Wirklichkeit besteht ein festes Arbeitsverhältnis zwischen dem Auftraggeber und Auftragnehmer, das bloß nicht als solches gekennzeichnet ist – Scheinselbstständigkeit eben.

Ein weiterer Fall von Scheinselbstständigkeit liegt vor, wenn es zwar keinen herkömmlichen Arbeitsvertrag zwischen einem Unternehmen und einem als selbständig geltenden Mitarbeiter gibt, dieser Mitarbeiter aber an Weisungen des Unternehmens gebunden ist und seine Aufträge nicht selbst auswählt, sondern dass macht, was ihm der Chef sagt.

Scheinselbstständigkeit kann es in sehr unterschiedlichen Bereichen der Arbeitswelt geben. Allen gemein ist die Tatsache, dass das Fehlen eines vertraglich festgelegten Angestelltenverhältnisses dazu führt, dass weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer Beiträge zur Sozialversicherung zahlen.

Dies stellt allerdings einen Verstoß gegen geltende gesetzliche Regelungen dar. Deswegen überprüft der Deutsche Rentenversicherung Bund alljährlich Betriebe aus unterschiedlichen Branchen. Wenn ein Fall der Scheinselbstständigkeit festgestellt wird, müssen die betroffenen Arbeitgeber und zum Teil auch die Arbeitnehmer die Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen. Das kann allerdings ganz schön teuer werden und eine kleiner Firma schlimmstenfalls in die Insolvenz treiben.

Die Tatsache, dass die Scheinselbstständigkeit nur in den seltensten Fällen auf bösartige Absicht zurückzuführen ist, ändert nichts an der Tatsache, dass nicht gezahlte Beiträge nachgeholt werden müssen. Deswegen empfiehlt es sich für alle Freiberufler und Selbständige und auch für ihre Auftraggeber, die konkreten Beschäftigungsverhältnisse vorsichtshalber zu überprüfen.

Quelle: karriere-journal.monster.de
Bild: quox|xonb (Flickr)

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