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Schule oder Lehre: Entscheidung sollte möglichst schon in der 9. Klasse getroffen werden

Nach der 10. Klasse stehen viele 16jährige vor der Wahl: Abgehen oder weitermachen? Eine weitreichende Entscheidung, die man in einem schwierigen Alter treffen muss. Denn viele haben die Nase voll vom Lernen und würden lieber ihr eigener Herr sein. Eine Ausbildung verspricht auf den ersten Blick mehr Freiheiten. Doch das ist ein Trugschluss!

Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, um schulischen Strapazen aus dem Weg zu gehen, verschätzt sich oft. Die Lehre ist ein schwieriger Weg: 'Lehrjahre sind Herrenjahre' – weiß der Volksmund. Wer mit einer Null-Bock-Einstellung von der Schule abgeht und Probleme mit Autoritäten hat, wird auch im Ausbildungsbetrieb nicht glücklich. Viele Schulabgänger unterschätzen zudem, dass eine Lehre vor allem im Handwerk eine hohe körperliche und zeitliche Belastung sein kann. Und zur Berufsschule muss man schließlich auch. Dafür lockt das Geld, das man während der Ausbildung verdient. Doch die vermeintliche finanzielle Unabhängigkeit sollte nicht das ausschlaggebende Argument für eine Berufsausbildung sein!

Berufsberater empfehlen, zunächst einmal die Schule weiterzumachen, wenn man noch unsicher ist. Die Berufschancen seien danach wesentlich vielfältiger. Doch auch ein Schulabgang muss nicht endgültig sein: Auf dem Berufskolleg oder der Abendschule kann man auch nach der Ausbildung noch einen höheren Bildungsabschluss erlangen. Mit viel Fleiß und Arbeit ist auch ein Fachhochschulstudium denkbar. Allerdings ist die Zahl der Ex-Azubis, die irgendwann in das System Schule zurückkehren, eher gering.

Experten raten Schülern dazu, sich schon so früh mit möglich mit dieser wichtigen Entscheidung auseinander zu setzen. In der 10. Klasse sei es fast schon zu spät, sich darüber Gedanken zu machen. Wer eine Ausbildung anfangen möchte, muss schließlich schon in der 9. Klasse Bewerbungen schreiben. Und sollte dann auch bereits Praktika machen, um zu testen, ob der angestrebte Beruf auch tatsächlich den Vorstellungen entspricht. Zudem sollten Schüler ihre Eltern, Freunde oder einen Lehrer des Vertrauens in den Entscheidungsprozess mit einbeziehen und nach ihrer Meinung und Einschätzung fragen.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: Paul Schäfer (Flickr)

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