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Selbsterkenntnis im Job: Das Chaos in der Gefühlswelt reflektieren

Wer sich ärgern will, braucht im Berufsalltag nicht lange nach Anlässen zu suchen. Die finden sich reichlich. Doch Hitzköpfe sollten einmal überlegen, was es ihnen tatsächlich bringt, ständig mit heftigen Gefühlausbrüchen zu reagieren, sich aus dem Konzept bringen zu lassen und dadurch angreifbar zu werden. Sind tatsächlich immer nur 'die Anderen' oder 'die Umstände' die Auslöser der Eruptionen? Oder kann es auch an einem selbst liegen, dass man ständig wütend und unzufrieden ist?

Natürlich haben Mitarbeiter eines Unternehmens die unterschiedlichsten Temperamente. Die einen winken nur müde ab, wenn der Tagesablauf durcheinander gerät oder jemand etwas vermasselt hat, den anderen steigt dagegen sofort die Zornesröte ins Gesicht. Zudem hängt es auch nicht unwesentlich von der augenblicklichen Stimmungslage ab, wie man auf ein Vorkommnis reagiert. Ist man mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden, wird man schneller aus der Fassung geraten als wenn man zuvor gute Laune hatte.

Solche Stimmungen werden unter anderem durch biochemisch-hormonelle Vorgänge sowie tages- und jahreszeitliche Rhythmen bestimmt. Die Forschung kommt diesen Zusammenhängen immer mehr auf die Spur. Abweichungen vom normalen Stoffwechselgeschehen, die beispielsweise durch Schlafmangel, wenig bekömmliches Essen, Alkohol oder Bewegungsmangel ausgelöst werden, können die psychische Verfassung spürbar beeinflussen. Zum anderen rumoren aber auch unverarbeitete, verdrängte Probleme und Erfahrungen im Inneren, die das Gemüt prägen.

Um grundsätzlich entspannter zu reagieren, ist es wichtig, eine Selbsteinschätzung vorzunehmen. Wer sich als eher minderwertig, unfähig und voller Fehler einstuft, trägt weniger gute Gefühle in sich und somit auch keine gute Basis für einen unaufgeregteren Umgang mit der (Berufs-)Welt und ihren häufigen Stresssituationen.

Wer sich dagegen trotz einiger eingestandenen Schwächen als liebenswert, tüchtig und wertvoll wahrnimmt, reagiert meist entsprechend unverkrampfter und gelassener auf seine Mitmenschen oder ein bestimmtes Ärgernis.

Quelle: derstandard.at
Bild: Petras Gagilas (Flickr)

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