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Seniorenstudium: Ältere Semester bilden sich meist als Gasthörer weiter

Von wegen Ruhestand: Immer mehr ältere Menschen schreiben sich nach dem Ende ihres Berufslebens an deutschen Universitäten ein. Die Gründe für den Run auf die Hochschulen sind vielfältig: Das Seniorenstudium strukturiert den Alltag, bringt Kontakt zu Jüngeren und bietet die Möglichkeit, Wissen weiterzugeben. Außerdem zeigen Untersuchungen, dass im hohen Alter die Fähigkeit, neue Dinge zu lernen, nicht verloren geht – es dauert nur ein bisschen länger.

Doch die bürokratischen Formalitäten sind zunächst einmal eine Hürde für die Seniorenstudenten. Doch zum Glück gibt es Hilfe: Seniorenvertretungen an den Universitäten oder der Akademische Verein der Senioren in Deutschland (AVDS) stehen den Oldies bei der Einschreibung mit Tat und Tat zur Seite. Zudem informiert der AVDS auf seiner Homepage Senioren-Studium.de über mögliche Studienorte, deren Angebote und den Uni-Alltag.

Die meisten Seniorenstudenten schreiben sich nur als Gasthörer ein. Dieser Status erlaubt gegen Gebühr die Teilnahme an bestimmten Vorlesungen. Prüfungen dürfen Gasthörer allerdings nicht ablegen. Auch Seminarbesuche sind die Ausnahme. Eine wissenschaftliche Anerkennung gibt es nicht, da Nachweise für absolvierte Kurse oder besuchte Vorlesungen kaum ausgestellt werden. Der AVDS möchte deshalb einen Abschluss für Seniorenstudenten in Form eines Zertifikats einführen, das die wissenschaftliche Beschäftigung mit einem bestimmten Thema bescheinigt. Vorreiter in Sachen Senioren- Abschluss ist die TU Dortmund, wo es einen kompletten Studiengang inklusive Abschlussarbeit für die Oldies gibt.

Eine Alternative zur Gasthörerschaft an den Universitäten ist die Teilnahme an einem Seniorenkolleg, wo Studiengänge oder Vorlesungsreihen angeboten werden, die nur für ältere Semester veranstaltet werden. In Frankfurt, München und Leipzig gibt es entsprechende Einrichtungen.

Die beliebtesten Fächer der Senioren sind Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie. Die Geisteswissenschaften sind bei den älteren Semestern mit 77 Prozent deutlich beliebter als die Naturwissenschaften. Grund hierfür mag sein, dass man im höheren Alter vermehrt über den Sinn des Lebens nachdenkt und eine philosophische Vorlesung daher nahe liegt.

Quelle: news.de
Bild: Rainer Sturm (Pixelio)

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