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Serious Games: Manager trainieren mit Computerspielen

Motivationstraining, Survival-Trip im Wald, Segeltörn auf rauer See – es gab schon so manchen kuriosen Trend in der Schulung und Fortbildung von Managern. Jetzt gibt es wieder etwas Neues: Serious Games! Diese "Lernmittel" basieren auf Computerspielen oder Kinofilmen und werden von einigen Business Schools neuerdings zum Führungskräfte-Training eingesetzt.

Welcher Mann würde nicht einmal gerne in die Rolle des berühmtesten Leinwandhelden der Welt schlüpfen? Gestatten, Bond. Hört sich doch auch echt cool an! Allerdings heißt der Agent der Simulationssoftware nicht James, sondern schlicht Hans. Und Hans Bond soll auch keine Ganoven jagen, sondern auf Argumente schießen. Ziel des Spiels ist, in Gestalt der Computerspielfigur das Führen von Mitarbeitergesprächen zu trainieren.

Der Produzent dieses "Serious Game" ist die Trainingsfirma Dr. Thorsten Bosch AG aus Schondorf. Das Unternehmen setzt auf die hippe Methode des computerspielbasierten Lernens, um Managern neues Wissen zu vermitteln. Rund zwei Millionen Euro wurden daher in die Entwicklung der Software gesteckt, um auf interaktiven Trainings-DVDs Lernstoff in spannende Bond-Szenen, Tatort-Geschichten oder Tagesschau-Nachrichten zu verpacken. Das Unternehmen ist überzeugt, dass sich die Manager an spielerisch erworbenes Wissen besser erinnern als an drögen Frontalunterricht oder Lesestoff.

Die Dr. Thorsten Bosch AG ist längst nicht die einzige Firma, die sich auf diesem Markt tummelt. Das US- Forschungsunternehmen Apply Group geht davon aus, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren mindestens 130 der 500 größten Unternehmen der Welt digitale Computerspiele für die Fortbildung ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter einsetzen werden. Neben kleinen Softwareschmieden haben auch Branchengiganten wie IBM die Serious Games entdeckt: Mit dem Computerspiel Innov8 zum Beispiel sollen junge Wirtschaftsstudenten und angehende IT-Fachkräfte der "Generation Videospiele" lernen, wie sie erfolgreich in der Geschäftswelt bestehen können.

Als Manager einer fiktiven Firma müssen die Spieler verschiedene Geschäftsvorgaben erfüllen und ihre Mitarbeiter motivieren. Mit Hilfe von Innov8 sehen sie, wie sich unter dem Einsatz neuer Technologien die Leistungsfähigkeit ihrer Organisation beeinflussen lässt. Zudem lassen sich in der virtuellen Welt verschiedene Szenarien für diverse Entscheidungsoptionen durchspielen. Universitäten und Business Schools können die IBM-Software kostenlos nutzen. Mehr als 30 Bildungseinrichtungen - darunter die Harvard Business School und die Mailänder Schule SDA - machen bereits davon Gebrauch und haben das Serious Game in ihre Studiengänge integriert.

Quellen: handelsblatt.com, karriere.de
Bild: GAMEplaces Frankfurt (Flickr)

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