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Soft Skills als Studienfach: Teamfähigkeit und Selbstvermarktung können trainiert werden

Ein Studium besteht heute nicht mehr nur aus theoretischem Fachwissen. Immer mehr Hochschulen nehmen Kurse im Lehrplan auf, in denen den Studenten 'Soft Skills' wie Kommunikations- und Teamfähigkeit vermittelt werden. Hintergrund der neuen Trainingsseminare sind die Ziele der Bologna-Reform, die vorgeben, dass ein Studium heute stärker auf die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen abzielen soll. Daher gibt es bereits in vielen Bachelorstudiengängen berufsqualifizierende Module.

Soft Skills sind im Hinblick auf das spätere Berufsleben inzwischen mindestens ebenso wichtig wie das Studium an sich. Vor allem in den verschulten Bachelorstudiengängen kommen Studierende ohne gutes Zeitmanagement und Stressresistenz nicht mehr aus. Nach ihrem Abschluss müssen sich Absolventen dann gut verkaufen können, um einen attraktiven Job zu ergattern. Einzelgänger und Fachidioten ohne kommunikative Fähigkeiten haben es dabei schwer, denn in der Betriebspraxis sind Experten gefragt, die schwierige Dinge verständlich erklären und sich in ein Team integrieren können.

Zum Glück lassen sich manche Soft Skills aber trainieren. Einige Hochschulen haben sich inzwischen eine ganze Menge ausgedacht, um ihren Studenten auf den richtigen Weg zu verhelfen. Am Hasso-Plattner-Institut an der Uni Potsdam können angehende IT-Ingenieure das Flirten per SMS und E-Mail üben. Was sich zunächst nach harmlosen Verkupplungsversuchen in Liebesdingen anhört, hat einen durchaus beruflichen Zweck: Das Institut versteht Flirten als eine Form, das Interesse anderer Personen zu wecken. Und diese Selbstvermarktung lässt sich nach Meinung der Potsdamer auch auf die Berufswelt übertragen.

Neben dem Flirttraining stehen weitere Angebote wie das Trainieren von Schlagfertigkeit, Business-Etikette oder das Einmaleins des Weins im 'Soft-Skills-Programm' des Instituts auf dem Programm. Ziel des bei den Studenten sehr gefragten Seminars ist es, Absolventen rundum fit für den Business-Alltag zu machen, damit sie bei ihrem Berufseinstieg keinen Praxisschock erleiden.

An der Universität Saarbrücken wird 'Interkulturelles Teambuilding als Outdoor-Training' angeboten. Die Studenten sollen dabei in einer Gruppe Aufgaben im Freien bearbeiten. Auf diese Weise lernen sie, ein Team zu bilden, Probleme zu lösen und ein gemeinsames Projekt zu managen.

Quelle: come-on.de
Bild: Luigi Mengato (Flickr)

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