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Speed Reading: Verdoppeltes Lesetempo verschafft Zeitersparnis

Akten, E-Mails, Internet, Berichte, Fachbücher und Zeitungen sorgen vor allem im Beruf für eine Informationsflut. Untersuchungen haben ergeben, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer drei Stunden seiner täglichen Arbeitszeit mit Lesen verbringt. Eine neue Methode soll Zeit einsparen. Wer das sogenannte Speed-Reading beherrscht, soll einen 600 Seiten dicken Harry-Potter-Band in 47 Minuten bewältigen. Das jedenfalls behaupten die Veranstalter der Speed-Reading-Kurse, die sich momentan wachsender Beliebtheit erfreuen.

Ein normaler Leser schafft pro Minute etwa 240 Wörter. Mit etwas Übung kann man dieses Tempo auf mehr als 500 Wörter verdoppeln oder sogar verdreifachen. In bis zu dreitätigen Seminaren, die zwischen 280 und 450 Euro kosten, wird die Turbo-Lesetechnik vermittelt. Den Teilnehmern wird beigebracht ihre Blickspanne von etwa drei Zentimetern zu nutzen und ganze Wortgruppen und Satzteile aufzunehmen. Wichtig ist, den Text vorab schon einmal flüchtig durchzugehen, auf den richtigen Augen-Abstand zum Geschriebenen (40 Zentimeter) zu achten und die Wörter nicht gedanklich mitzusprechen. Auf diese Weise lässt sich das Lesetempo deutlich erhöhen.

Speed Reading soll unabhängig davon funktionieren, ob man aus einem Buch, von einem Blatt Papier oder am PC-Bildschirm liest. Da die Nachfrage so groß ist, tummeln sich inzwischen zahlreiche Anbieter auf dem Markt: 'Turbolesen', 'PowerReading', 'Improved Reading' oder 'Speed Reading' heißen die Anbieter. Allein der Veranstalter 'Improved Reading Germany' hatte im vergangenen Jahr insgesamt 3.000 Teilnehmer in seinen Kursen.

Kritiker warnen bereits vor unseriösen Kurs-Anbietern und empfehlen Interessenten auf eine langjährige Erfahrung, eine solide wissenschaftliche Basis, ein klar erkennbares Kurskonzept und gute Referenzen der Veranstalter zu achten.

Quelle: zeit.de
Bild: Pedro Figueiredo (Flickr)

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