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Steuern 2011: Steuerkarte hat ausgedient, Arbeitszimmer können wieder abgesetzt werden

Wer sich in den nächsten Wochen an die Steuererklärung 2011 macht, sollte wissen, dass es einige Änderungen gibt. Der gravierendste Unterschied zu den vergangenen Jahren ist die Tatsache, dass die Lohnsteuerkarte aus Papier ausgedient hat.

An ihre Stelle tritt nun ein elektronisches Verfahren namens ELStAM, was abgekürzt für 'Elektronische Lohnsteuer-Abzugsmerkmale' steht. Noch wir den Steuerzahlern allerdings eine Übergangsfrist gewährt. Das bedeutet, dass die alte Lohnsteuerkarte auch noch in diesem Jahr gilt. Erst ab 2012 übernimmt der Computer die Datenverwaltung vollständig.

Weitere Änderungen im Überblick:

Wechsel der Steuerklasse: Wer seine Steuerklasse wechseln will, muss sich künftig an das Finanzamt wenden. Bislang lag die Zuständigkeit in der Regel bei den Einwohnermeldeämtern.

Arbeitszimmer: Wer regelmäßig von Zuhause aus arbeitet, kann sein Arbeitszimmer wieder bis zu einer Höhe von 1.250 Euro im Jahr steuerlich absetzen. Das Bundesverfassungsgericht kippte im Juli das umstrittene Verbot der steuerlichen Absetzbarkeit von Home Offices. Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung ist, dass für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Besonderer Clou: Die Regelung gilt rückwirkend zum 1. Januar 2007.

Arbeitslosenversicherung: Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung steigt auf 3,0 Prozent. Da Arbeitgeber die Hälfte dieser Summe tragen, müssen sie bei 2.500 Euro Monatseinkommen 2,50 Euro mehr bezahlen.

Beitragsbemessungsgrenzen: In der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sinkt die Beitragsbemessungsgrenze auf 3.712,50 Euro Monatseinkommen. Wer mehr verdient, zahlt für das darüber liegende Einkommen keine Beiträge zur Kranken- und Pflegversicherung mehr. Dadurch werden mittlere Einkommen geringfügig entlastet.

Arbeitslosenzuschläge: Beim Übergang von Arbeitslosengeld I zu Arbeitslosengeld II erhielten Erwerbslose bislang Zuschläge für zwei Jahre. Doch diese entfallen ab sofort.

Rentenbeiträge bei Hartz IV: Für Langzeitarbeitslose zahlt der Bund keine Beiträge mehr zur Rentenversicherung und spart auf diese Weise rund 2 Milliarden Euro im Jahr. Wenig schön für die Betroffenen, denn ihnen entgeht ein späterer Rentenanspruch von monatlich 2,09 Euro. Insofern kein Vorteil für die Steuern 2011.

Quelle: n-tv.de
Bild: Lasse Rintakumpu (Flickr)

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