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Studie: Fördert die Koalition die Schwarzarbeit?

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Eigentlich sollte es die Aufgabe der Regierungskoalition sein, die Weichen so zu stellen, dass Schwarzarbeit unattraktiv wird und die Wirtschaft angekurbelt wird, doch laut einer Studie der Universität Linz und des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) tut sie das aktuell nicht: In 2014 soll es einen Anstieg der Schwarzarbeit geben, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Studie.

Die Vorgängerregierungen hätten seit zehn Jahren erfogreich daran gearbeitet, dass sich Schwarzarbeit nicht mehr so lohnen würde. Viele Menschen hätten einen regulären Job gefunden und die Konjunktur sei stabil. Doch das werde sich ändern. In diesem Jahr sollen 338,5 Milliarden Euro an der Steuer vorbei umgesetzt werden. Das wären 12,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Das ist zwar der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Aber der Rückgang von 0,2 Prozent im Vergleich zu 2013 ist gleichzeitig der schwächste Rückgang seit Jahren. Neue Anreize für Schwarzarbeit wie etwa die Rente mit 63 und die Einführung eines Mindestlohns würden nun geschaffen werden, meinen die Forscher der Universitäten. IAW-Direktor Bernhard Boockmann macht der Bundesregierung aber keinen Vorwurf: "Das macht sie natürlich nicht absichtlich, aber indirekt, indem sie reguläre Arbeit teurer macht."

In 2014 soll die sogenannte Schattenwirtschaft um drei Milliarden Euro ansteigen. Vor allem im Bau und in der Gastronomie sei Schwarzarbeit vorherrschend. Legal arbeitende Betriebe würden so benachteiligt werden, meint der Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Europaweit liegt Deutschland in puncto Schwarzarbeit allerdings zusammen mit den skandinavischen Ländern im Mittelfeld. Viel mehr würde in den südlichen Euro-Staaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien schwarz gearbeitet.

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