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Studie zur Gleichberechtigung in Deutschland

Die Debatte um die Kluft zwischen Gehältern für Männer und Frauen ist nicht der einzige Punkt in Sachen Gleichberechtigung, in dem Deutschland zurückhängt - generell ist das Rollenverständnis der beiden Geschlechter immer noch sehr konservativ und lässt so wenig Spielraum zu, dass Frauen Aufgaben übernehmen, in denen die Gesellschaft eher Männer sehen.

Deutschland mag es klassisch

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die die Zeitschrift "Bild der Frau" in Auftrag gab. Das Institut für Demoskopie Allensbach. Diese untersuchte deutsche Haushalte und ihre Rollenaufteilung.

In Sachen Gleichberechtigung leben deutsche Familien das klassische Modell: Frauen arbeiten in Teilzeit, Männer in Vollzeit. Jedoch können sich die Geschlechter ein anderes Rollenverständnis vorstellen, allerdings nur begrenzt:

Nur 13 Prozent der Männer finden die Idee gut, dass der Mann den Haushalt und die Erziehung der Kinder übernimmt und die Frau in Vollzeit das Geld verdient. Daneben kam auch das Modell 50/50 gut an, was vorsieht, dass beide Partner in Vollzeit arbeiten und sich gleichberechtigt um Kinder und Haushalt kümmern.

Am Liebsten ist den Deutschen die klassische Aufteilung: Der Mann bringt das Geld nach Hause, die Frau kümmert sich um den Haushalt und die Kinder, wobei sie gerne noch einen kleinen Nebenjob haben kann. Jeder fünfte deutsche Mann, gefällt es nämlich gar nicht, wenn sein weibliches Gegenüber Erfolg im Job hat und sogar erfolgreicher als er ist.

Doch den Männern kann man keinen Vorwurf machen. 52 Prozent der Frauen sind dafür, dass ihre Männer Erfolg im Job haben. Gleichzeitig wünschen sie sich aber auch mehr Mithilfe im Haushalt und bei der Erziehung der Kinder.

Neue Rollenmuster müssen her

Was die Studie in Bezug auf das Rollenverständnis zwischen den Geschlechtern noch herausfand, war eine Überforderung der Männer. Viele Männer haben Angst, den Erwartungen der Gesellschaft und ihrer Frauen nicht gerecht zu werden: Erfolg im Beruf und gleichzeitig ein guter Familienvater sein, der Aufgaben im Haushalt schmeißt.

In Sachen Gleichberechtigung hat vor allem die Gesellschaft Probleme damit, wenn der Papi zu Hause bleibt. Arbeitskollegen und Arbeitgeber belächeln das Modell. Dagegen werden Frauen, die trotz Kind Karriere machen wollen, als egoistisch angesehen. Es ist noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung.

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