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Studiengebühren: Massenflucht aus gebührenpflichtigen Ländern ist ausgeblieben

Ein Studium ist teuer. Und je nachdem, in welchem Bundesland man studiert, wird es noch teurer. So mancher Uni-Einsteiger sucht sich seine Hochschule deshalb dort aus, wo keine Studiengebühren erhoben werden. Doch nach Meinung des Deutschen Studentenwerks (DSW) sind solche Kriterien zu kurzfristig gedacht und sollten nicht den Ausschlag geben.

In Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen müssen Studenten derzeit bis zu 500 Euro pro Semester zahlen. Hessen und das Saarland haben ihre Gebühren wieder abgeschafft. Theoretisch bleiben also elf Bundesländer übrig, in denen man die Gebühren umgehen könnte. Doch wenn das Kriterium der unbeliebten Zusatzkosten der einzige Grund ist auf sein Wunschfach und seine Traum-Uni zu verzichten, macht diese Entscheidung nach Einschätzung des DSW nur unglücklich.

Diese Ansicht teilen die meisten Studienanfänger offenbar. Denn eine Massenflucht vor den Gebühren ist bislang ausgeblieben. Laut einer Sozialerhebung des DSW gibt es nur marginale Verschiebungen. Abiturienten, die aus gebührenfreien Ländern kommen, wandern eher selten in gebührenpflichtige Länder ab: Ihr Anteil sank von 25 Prozent im Jahr 2006 auf 22 Prozent im vergangenen Jahr.

Wer in einem Bundesland mit Studiengebühren seine Hochschul-Laufbahn beginnt, sollte sich rechtzeitig über Befreiungsmöglichkeiten informieren. Studenten mit Kindern werden von den Zahlungen ebenso verschont wie Behinderte oder Studenten, von denen bereits mehrere Geschwister Gebühren zahlen. Außerdem sollte man die Aufnahme eines Gebührendarlehens ins Auge fassen, die von den Landesbanken und der KfW-Förderbank angeboten werden.

Bei der großen Mehrheit der Studierenden (59 Prozent) kommen jedoch die Eltern für die Extrakosten auf. Der Rest muss jobben. Fast jeder Dritte (30 Prozent) gab an, die Gebühren aus eigenem Verdienst zu bezahlen.

Quelle: n-tv.de
Bild: Tobias (Flickr)

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