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Studienplatzvergabe im Internet: Die ZVS wird zu hochschulstart.de

Seit Jahren soll das Verfahren zur Studienplatzvergabe reformiert werden. Im Streben nach mehr Autonomie für die einzelnen Hochschulen, beschlossen die Bundesländer vor fünf Jahren die Entmachtung der ZVS. Doch um eine komfortablere und zügigere Studienplatzvergabe zu ermöglichen, bedarf es einer zentralisierten Lösung. Das Online-System hochschulstart.de soll das Problem lösen.

Nachdem sich Abiturienten 39 Jahre lang bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge beworben haben, ist die ZVS jetzt nur noch für die Vergabe von Studienplätzen in Pharmazie, Medizin, Tier- und Zahnmedizin zuständig. Für alle anderen Fächer verläuft die Studienplatzvergabe dezentral, das heißt, dass jede Hochschule ihr eigenes Auswahlverfahren anwenden kann.

Das Problem an dieser neuen Form der Studienplatzvergabe ist, dass sich Abiturienten meist bei mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben, um ihre Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen. Das sorgt für einen erhöhten Verwaltungsaufwand bei den Hochschulen und ein verzögertes Nachrückverfahren.

Paradoxerweise soll nun ausgerechnet die ungeliebte ZVS das Problem lösen. Als Stiftung für Hochschulzulassung soll die Mitte Mai offiziell aufgelöste Behörde ein zentrales Vergabeverfahren etablieren. Unter dem Namen hochschulstart.de soll ein Online-System zur Studienplatzvergabe geschaffen werden, das künftig Hochschulen und Studienbewerber zusammenbringen soll.

Bereits zum Wintersemester 2011/2012 soll hochschulstart.de die einzelnen Hochschulen bei der Auswahl ihrer Studenten unterstützen und dem halbjährlichen Bewerbungschaos ein Ende machen. Das Verfahren zur Studienplatzvergabe soll durch eine zentrale Bewerberdatenbank transparenter und einfacher werden. Ob das gelingt, bleibt allerdings abzuwarten, denn bereits jetzt räumt Stefan Jähnichen vom Fraunhofer-Institut, der mit der Entwicklung des neuen Online-Systems zur Vergabe von Studienplätzen beauftragt ist, ein: 'In der Anlaufphase muss mit Anfangsschwierigkeiten gerechnet werden.'

Quelle: faz.net, einstieg.com
Bild: Ed Yourdon (Flickr)

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