Excite

Studieren mit Kind: Hochschulen werden immer familienfreundlicher

Studieren mit Kind ist keine leichte Sache. Wenn Klausurtermine oder Abgabefristen für Hausarbeiten näher rücken, kümmert das ein Baby wenig.

Für Eltern ist es daher oft ein Balanceakt, ihren Uni-Alltag zu organisieren. Noch schwieriger ist der Spagat zwischen Lernen und Kinderbetreuung geworden, seit die verschulten Bachelor-Studienpläne eingeführt wurden. Gerade am Anfang sind viele studierende Mütter und Väter überfordert.

Doch zum Glück bieten fast alle Hochschulen spezielle Hilfen für Studenten mit Kindern an. An der Freien Universität (FU) Berlin werden junge Eltern sogar bevorzugt für Seminare zugelassen, damit sie beliebte Seminare zu Zeiten besuchen können, in denen die Kindertagesstätten geöffnet sind. Angehende Naturwissenschaftlerinnen können in Berlin von einem ganz besonderen Privileg Gebrauch machen: Für sie gibt es interaktive Praktikumsexperimente am PC, die insofern höchst praktisch sind, da schwangere Studentinnen ansonsten gar nicht mit toxischen Stoffen in Verbindung kommen dürften.

Trotz aller Angebote sollten gerade Studenten mit einem Neugeborenen gut überlegen, wie viel Lernstoff sie sich pro Semester zumuten können. Mehr als 30 Stunden pro Woche sollten sie sich auf keinen Fall aufhalsen, sondern lieber genügend Zeitpuffer in ihren Alltag einbauen. Sind keine Großeltern zur Stelle, die die Betreuung des Kleinen übernehmen, können Studenten mit Kind auf die Betreuungsangebote der Hochschulen zurückgreifen. Allerdings sind die Wartelisten für die Kindertagesstätten in der Regel sehr lang. Sobald frau von ihrer Schwangerschaft erfährt, sollte sie sich bereits nach entsprechenden Angeboten erkundigen.

Oft man es aber auch Sinn, sich nach der Geburt erst einmal beurlauben zu lassen. Die Semesterzahl steigt in dieser Zeit nicht weiter, dennoch wird das Studium nicht abgebrochen. Während eines Urlaubssemesters können Studierende mit Geldsorgen Arbeitslosengeld II beantragen.

Wer dennoch weitermacht und ins Schlingern gerät, sollte ein offenes Gespräch mit dem zuständigen Professor führen. Die meisten Profs sind sehr kulant, wenn es darum geht, die Frist für eine Hausarbeit zu verlängern. Häufig lassen sie auch über Anwesenheitspflichten im Seminar mit sich verhandeln. Wer sich als studierende Mutter oder Vater dennoch überfordert fühlt, sollte sich rasch nach Hilfe umsehen. An vielen Universitäten gibt es Gesprächskreise, in denen sich Eltern mit einem Berater treffen und über das Studieren mit Kind reden können.

Quelle: general-anzeiger-bonn.de
Bild: The Cleveland Kid (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017