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Tarifverträge: Für die einen Schutz-, für die anderen Friedensfuntkion

Tarifverträge sind in Deutschland ein wichtiges Instrument zur Regelung des Arbeitsmarktes. Für Arbeitnehmer haben sie eine Schutzfunktion, da die Tarifverträge ihnen feste Arbeitszeiten, eine angemessene Bezahlung, ein Mitspracherecht und eine Partizipation an den wirtschaftlichen Entwicklungen der jeweiligen Branche garantieren.

Aber auch für Arbeitgeber sind Tarifverträge bedeutsam, da sie einheitliche Bedingungen für den Wettbewerb bezgl. der Kosten der Arbeit schaffen und eine Friedensfunktion erfüllen: Solange ein verbindlicher Tarifvertrag läuft, dürfen die Arbeitnehmer nicht streiken.

Die Tarifverträge werden jedoch nicht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschlossen, sondern zwischen einer Gewerkschaft und dem jeweiligen Arbeitgeberverband. Beide Parteien legen in den Vertragswerken die Minimalstandards für die Einkommens- und Arbeitsbedingungen wie die Höhe der Löhne und Gehälter, die Höhe der Vergütung für Auszubildenden, die wöchentliche Arbeitszeit, die Höhe von Weihnachts- und Urlaubsgeld oder die Zahl der Urlaubstage und die Kündigungsfristen fest. Bundesweit gibt es mehr als 50.000 Tarifverträge, von denen jährlich bis zu 7.000 aktualisiert werden. Hier eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Tarifverträgen:

Ein Manteltarifvertrag bzw. Rahmentarifvertrag regelt alle grundsätzlichen Fragen zur Arbeitszeit, zu Kündigungsfristen oder zur Höhe des Urlaubs und führt die Lohn- und Gehaltsgruppen auf, nach denen die Arbeitnehmer vergütet werden.

Ein Flächen- oder Verbandstarifvertrag regelt die Standards für ganze Branchen bzw. Wirtschaftszweige. Bundesweit haben über 250 Wirtschaftszweige solche regional begrenzten Vertragsabkommen abgeschlossen.

Firmen- oder Haustarifverträge gelten nur für das jeweilige Unternehmen. Beispiele: VW und BMW.

Branchentarifverträge werden zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband des betreffenden Wirtschaftszweiges abgeschlossen. Bekannt sie sie vor allem in der Chemieindustrie.

Der Vergütungstarifvertrag wird auch als Entgelttarifvertrag bezeichnet und regelt die Höhe der Vergütung, die der Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung erhält. Solche Tarifverträge verhindern, dass Arbeitnehmer unter Tarif bezahlt werden.

Quelle: arbeits-abc.de
Bild: Lisa Roderer (Flickr)

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