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Telefoninterview: Kostengünstige Vorauswahl wird immer häufiger praktiziert

Das Telefoninterview wird nun auch in Deutschland von immer mehr Unternehmen bei der Suche nach dem passenden Bewerber eingesetzt. Doch das Recruitung-Instrument ist ein zweischneidiges Schwert, das sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt.

Vorteil ist natürlich, dass die Reisekosten des Bewerbers entfallen und er nicht für jedes Gespräch quer durch die Bundesrepublik reisen muss. Nachteil ist natürlich, dass im Grunde nur das Fachliche im Vordergrund steht und es schwierig ist, die Persönlichkeit eines Kandidaten abzuchecken.

Daher wird in der Regel auch nicht nur aufgrund eines Telefoninterviews eingestellt. Meist ist das nur der erste Schritt im Bewerbungsverfahren, auf dessen Grundlage das Unternehmen überlegt, ob es sich lohnt, den Bewerber zu einem persönlichen Gespräch einzuladen. Um den mehr als 100.000 Bewerbungen pro Jahr gerecht zu werden, setzt die Deutsche Lufthansa AG, Deutschlands größtes Luftverkehrsunternehmen, zur Vorauswahl konsequent auf Online-Testverfahren mit anschließendem Telefoninterview.

Von 100 Bewerbern zum Flugbegleiter werden 30 in telefonisch unter die Lupe genommen, anschließend werden 20 zum persönlichen Gespräch eingeladen. Für die Lufthansa liegt der Vorteil von Telefoninterviews vor allem darin, die erste Auswahlstufe gröber halten zu können. Wie tief die Fragen gehen, hängt von der ausgeschriebenen Stelle und der Anzahl der Bewerber ab. Mit potenziellen Flugbegleitern führen Psychologen und psychologisch geschulte Mitarbeiter ein schematischeres Telefongespräch als beispielsweise mit Ingenieuren durch, für die die Inhalte individueller abgestimmt werden.

Da Bewerber in der Regel nicht mit unangekündigten Telefoninterviews rechnen müssen, sondern von seriösen Unternehmen einen festen Termin genannt bekommen, haben sich die Möglichkeit, sich gut auf das Gespräch vorzubereiten. So ist es sinnvoll, Antworten auf Standardfragen vorzuformulieren und Bezugspunkte zur Stellenausschreibung einzuflechten.

Als nützlich hat sich auch erwiesen, den Lebenslauf vor sich liegen zu haben und seine Sprachkenntnisse aufzufrischen. Denn oft wechseln die Personaler am Telefon plötzlich auf Englisch, und der Bewerber muss spontan darauf antworten. Wichtig ist, sich vor dem Telefoninterview einen Zeitpuffer zu schaffen und sicherzustellen, dass man auch wirklich per Handy oder Festnetz erreichbar ist und nicht gestört wird.

Quelle: zeit.de
Bild: Jeff S. (Flickr)

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